Lesezirkel im ALL
Konzept
Unser Angebot für gesprächsfreudige, diskussionswütige oder einfach nur neugierige und interessierte Leserinnen und Leser!
Der Lesezirkel im ALL trifft sich zum Austausch über ausgewählte Werke aus der deutschsprachigen Literatur. Nach einem Zyklus von fünf Abenden melden sich die Teilnehmenden wieder an für einen neuen Zyklus mit einem neuen Leiter bzw. einer neuen Leiterin.
Die professionelle Leitung des Lesekreises trifft vor Beginn eines Diskussions-Zyklus’ die Werkauswahl. Die Werkauswahl kann thematisch, historisch, geografisch etc. motiviert sein. Werke der grossen Alten können neben Neuerscheinungen gestellt werden.
Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass die zur Diskussion stehenden Werke jeweils im Vorfeld eines Zirkel-Abends gelesen worden sind.
Lesezirkel 2012
Vom Weltuntergang!
Katastrophen und ihre Bewältigung in der Literatur
Es ist keine Frage: Katastrophen gehen uns alle an. Sie fordern uns in unserem ganzen Dasein heraus und bedeuten eine existenzielle Bedrohung, selbst wenn wir das Glück haben, ein Leben lang verschont zu bleiben.
Katastrophen treten plötzlich ein, und ihre Urgewalt lässt ein scheinbar sicheres System, ja, eine ganzeWelt zusammenbrechen. Deshalb wirken sie auf uns so traumatisch – und so ungeheuer faszinierend. Denn kaum etwas vermag die Massen derart zu fesseln und zu mobilisieren: Katastrophen lösen meist weltweite Wellen von Mitgefühl und Solidarität aus. Für einen Moment erscheinen wir als solidarische Weltgemeinschaft, doch unser Teilhaben und die Hilfe sind ambivalent. Denn gleichzeitig befriedigen Katastrophen auch unseren Voyeurismus und unsere Sensationslust.
Kaum erstaunlich, dass Autoren, diese Weltenschöpfer und Weltenzertrümmerer, sich seit jeher für Katastrophen interessiert haben. Seit allen Anfängen haben sie sich der Herausforderung gestellt, das schlechthin Sinnlose zu begreifen: Naturkatastrophen wie Erdbeben (Kleist) und Überschwemmungen (Gotthelf), die Atomkatastrophe von Tschernobyl (Christa Wolf), Terroranschläge (Don De Lillo) oder den Genozid in Ruanda (Lukas Bärfuss).
Diese Geschichten sind politisch und poetisch zugleich. Sie machen anschaulich, was unser Fassungsvermögen übersteigt. Doch sie schildern nicht nur Fakten und globale Zusammenhänge, sondern berichten vom Überlebenswillen einzelner Menschen und dem Schicksal ganzer Gesellschaften. Und gerade weil sie weniger erklären denn erzählen, fördern sie unser Verständnis. So tragen sie bei zu einer Kulturgeschichte der Katastrophenbewältigung und zeigen das Leben in seiner ganzen Kostbarkeit.
Folgende Werke bilden die Grundlage für die Gesprächsabende:
- Mittwoch, 25. Januar 2012: Heinrich von Kleist, Erdbeben in Chili
- Mittwoch, 21. März: Jeremias Gotthelf, Die Wassernot im Emmental
- Mittwoch, 9. Mai: Christa Wolf, Störfall. Nachrichten eines Tages
- Mittwoch, 26. September: Don de Lillo, Falling Man
- Donnerstag, 8. November: Lukas Bärfuss, Hundert Tage
Leitung: Christa Baumberger, Literaturwissenschaftlerin, Zürich
Teilnehmerzahl: höchstens 20 Teilnehmende
Kosten: Fr. 120.– für 5 Abende, inkl. Getränke und Häppchen. Barzahlung am ersten Abend.
Veranstaltungsbeginn: jeweils um 19.15 Uhr
Anmeldungen: bis 24. Januar 2012 beim Sekretariat: Tel. 062 888 01 43
oder lesezirkel@ich-will-keinen-spamaargauer-literaturhaus.ch.
Aktuell
Textstatt 2012
Aktuelle Ausschreibung für Textstatt, die Förderwerkstatt für 17- bis 25-Jährige, 2012 unter dem Patronat von Bad Zurzach: Bewerbung per Mail bis zum
15. Juli 2012 weiter
Satzfluss 2012
Aktuelle Ausschreibung für Satzfluss 2012, die Förderwerkstatt in den Herbstferien für 13- bis 16-Jährige: Bewerbung per Mail bis zum 15. Juli 2012 weiter
Atelier-Gäste unterwegs
Im Rahmen von «Residenzen» lesen Zsófia Balla und Csaba Báthori am Samstag, 12. Mai, 16 Uhr im Atelierhaus der Landis & Gyr Stiftung in Zug.
Einlesen: Die Bücher
Die 22 Bücherempfehlungen von Einlesen finden Sie hier

