Marica Bodrozic: Die Welt in der Welt der Welt / Corona

Wir haben die Schriftstellerin Marica Bodrožić um einen Text zum gegenwärtigen Ausnahmezustand gebeten. Sie und andere fünf Schriftsteller/innen wurden aufgrund der Corona-Situation April–Juni 2020 statt in unsere Residenz zu einer ‘Home Writing’-Unterstützung eingeladen. Hier der Beitrag von Marica Bodrožić:

Die Welt in der Welt der Welt von Marica Bodrožić

Denn wie es Pflanzen gibt, von denen man erzählt,
dass sie die Kraft besitzen, in die Zukunft sehen zu lassen,
so gibt es Orte, die die gleiche Gabe haben.
Walter Benjamin

Wenn die Welt in der Welt verschwindet, kippt sie dann in eine andere Welt, die die ganze Zeit schon da war? Was ist „die ganze Zeit“? Wir können nicht außerhalb der Welt leben, so wie wir nicht vom Rande der Welt in die Weltlosigkeit kippen können. Aber gleichwohl können wir alles verlieren, um die Welt zu sehen, die wir verloren haben und jene zu erahnen, die vor uns entsteht. Als der Heilige Franziskus von Assisi zu den Vögeln sprach, sprachen die Vögel längst schon zu ihm, da er bereit war, ihre Sprache zu verstehen. Heute noch verstehen die meisten nichts von den Sprachen der Vögel und auch ich stehe ihrem Gesang oft ratlos gegenüber und diese Ratlosigkeit ist ein Geschenk. Denn die Schönheit überdauert als Rätsel. Die Schönheit besteht als Rätsel und im Rätsel lebt der Gesang.

Jetzt hören wir ihn wieder, diesen alten Gesang, wir hören ihn auch in den größten Städten der Welt, die uns so sicher zu Verfügung zu stehen schienen, dass wir ganz vergessen haben, wie die Bäume aussehen, wenn unsere lauten Stimmen ihnen nicht von morgens bis abends zusetzen. Und nun, da so viele Menschen gestorben sind, denken wir wieder über das Schicksal nach, über Vögel und leere Straßen und wie seltsam unwirklich alles wirkt, wenn es nicht mit anderen Menschen geteilt werden kann. Einige nutzen diese Zeit aus und zapfen das Mitgefühl an, das sonst nur dem Kapital gehört. Die Firma Adidas zum Beispiel ist so ein Unternehmen. Das weltweit allen Rätseln des Vogelgesangs und dem einzigartig gebliebenen Verzicht eines Heiligen wie Franziskus von Assisi agierende Unternehmen namens Adidas erhält offenbar von meiner Regierung einen Kredit in Milliardenhöhe – auf Kosten der einzelnen Menschen, die im Bürokratenjargon Steuerzahler genannt werden und die vielleicht gerade jetzt ihre Arbeit verloren haben. Habe ich eine solche Mentalität bei der letzten Wahl gewählt? Habe ich dafür gestimmt, dass der Kapitalismus noch kapitalistischer wird und die einzelnen Menschen ärmer? Wurde mir damals, als ich zur Wahl ging, der Name dieser Firma genannt? Ausgerechnet jetzt, da wir als Einzelne in unsere Innenwelt eingeschleust werden, kommt ein Sportunternehmen in unsere Gedanken und will noch mehr Geld, während sich die Außenwelt verändert, Neues aus dem Nichts entsteht, neue Farben heranwachsen. Auch die Luft atmet ja durch. Die Adidas-Aktionäre wissen das wahrscheinlich genauso wie ich. Aber sie kommen dennoch nicht auf die Idee, ihre Dividenden wenigstens teilweise in einer die ganze Welt umspannenden und als Krise bezeichneten Situation dem Unternehmen zurückzugeben, das ihnen Villen, Swimmingpools und vor allem Macht über andere schenkt. Keine Anstalten also von den Hohepriestern des Kapitals, ein kleines winziges Bisschen dem Fremdling aus der Toskana zu gleichen. Diese Ähnlichkeit im Geist wäre natürlich zu viel verlangt, aber etwas von dem, das ihnen als Überschuss zugespielt wurde, als Teil einer neuen Freundlichkeit, als Teile eines neuen Gedankens in den Fluss ihres zyklischen Tuns zurückzureichen und damit etwas Neues, Anderes, eine andere Lebensrichtung denkbar zu machen, darauf kommen die von unserem Kaufverhalten und von unseren politischen Eliten gekrönten Kapitalisten von sich aus nicht. Das ist klar und schmerzlich in einem. Aber dass meine Regierung mitten in einem rigorosen Lockdown des öffentlichen Lebens, in dem niemand auf die Straße gehen und von seinem Recht auf Protest Gebrauch machen kann, einem so gut gepolsterten Aktionär den ethischen Kompass gleichsam aus dem Herzen zu reißen bereit ist, bevor er selbst überhaupt darüber nachdenken kann, was er als Einzelner tun könnte, das ist ein leider nicht nur, aber doch auch ein stark symbolisches Ereignis, das nicht in aller Stille übergegangen werden darf.

Würde man die Milliarden, die Adidas als Kredit erhält, freischaffenden Künstler*innen in gleicher Manier zur Verfügung stellen, kämen ungefähr 600’000 schöpferisch tätige Menschen in den Genuss einer Unterstützung (wie sie das Land Berlin umgesetzt hat – mit 5’000.– Euro pro Person). Das sind Menschen, die ohnehin von der Innenwelt und von den unsichtbaren Prozessen des Seins (und den geheimnisvollen Wegen des Geistes und der Seele und des Körpers) Kunde haben, jedenfalls auf einer solchen Reise nach Innen immerzu Erkundungen aufnehmen, die sie bereitwillig teilen. Mit diesen Innenreisen schenken die schöpferischen Menschen der Außenwelt einen Herzkern, eine Innenwelt, die nicht käuflich sein darf. Diese Innenwelt hat mein Berlin erkannt, sie über Jahre hinweg zu lesen gelernt und viele Schriftsteller, Drehbuchautoren, Schauspielerinnen konnten nun einen Antrag auf Förderung mitten in der Corona-Pandemie stellen und haben finanzielle Unterstützung erhalten. So unkompliziert kann Symbolisches und Konkretes miteinander einhergehen.

Die schöpferische Hälfte oder eben jener unsichtbare Herzkern der ästhetischen Welt wird sichtbar auch im Geld, das ja ein Symbol für Vertrauen und Kraft in einem ist. Es ist nicht das Symbol bloß für (Laut)-Stärke, denn die gehört, Jesaja sei Dank, dass es so klar seit Urzeiten im Werderaum des Menschen steht – dem „Unvermögenden“, während der Müde die Kraft erhält, die er braucht, um weiter als echter Teilhaber des Lebens in Bewegung zu bleiben und auf die Hoffnung zuzugehen, auch wenn alles gegen die Hoffnung spricht. Als ich von der Adidas-Sache hörte, empfand ich jenes gutbekannte Gefühl der Ohnmacht, das wohl einem jeden Menschen, der in einem demokratischen Land lebt, in den letzten Jahren und Jahrzehnten vor oder nach einer Wahl (also immer) ereilt hat: Nobody asked me! Und selbst wenn man abgestimmt hat, wie etwa in Berlin beim alten Tempelhofer Flugfeld, dass dieses Gelände nicht bebaut, sondern als Park genutzt werden soll – dann wird die Abstimmung der Bürger*innen doch wieder unterwandert und neue Abstimmungen werden verlangt. Dabei haben die Berliner*innen sich mehrheitlich gegen eine Bebauung ausgesprochen. Und dann, wieder die Adidas-Sache als ein gutes Beispiel, ist in mir das gleiche Aufbäumen wie einst bei den Wahlen, die den 45. amerikanischen Präsidenten ins Amt brachten und der unter anderem von einem Sportunternehmen dabei unterstützt wurde. Die Firma New Balance, von der ich mir schon immer mal Turnschuhe kaufen wollte, ereiferte sich damals im Wahlkampf und voller Tatendrang machte sie aufmerksam auf ihre Unterstützung (eine weltweite Werbung also für die Sneaker, die auch ich mir mal zulegen wollte). Der Präsident, den also New Balance unterstützte, kam bekanntlich ins Amt. Einige Menschen, die Turnschuhe von New Balance zu Hause hatten und, ich glaube, es war in Kalifornien, denen das Sneaker-Statement nicht passte (als sich der Sieg des mit russischer Hilfe lancierten Milliardärs herausschälte, ein Fake-Milliardär, wie man nun weiß), sammelten ihre NB-Schuhe auf einen Haufen und steckten sie mit dem Slogan „Not my Sneaker!“ in Brand. Sie waren klug genug, darauf zu vertrauen, dass jeder, der nachdenken konnte, bei diesem Satz selbstverständlich „Not my president!“ hörte, aber klug darin, nicht sein Bild in Feuer zu stecken, sondern das, was ihn möglich machte – darin zeigten sie ihre denkerische Herzenseleganz.

Ethik und Ästhetik sind eine Sache. Es lässt sich nicht besser als an diesem winzigen Beispiel aufzeigen, welche Tragweite das hat. Auch wenn es ein paar Mal danach die Verlockung bei mir gab, doch so einen „schönen“ Sneaker zu kaufen, ich widerstand; der Gedanke, damit auf einer inneren symbolischen Ebene all das im wahrsten Sinne des Wortes mitzutragen, wofür der 45. amerikanische Präsident und seine Unterstützer stehen, widerte mich an und war das Gegenteil von „schön“. Gift an meinen Füßen will ich nicht freiwillig tragen und damit das Gift in der Welt mehren und fördern. Füße sind sensibel! Nun kommt mir im Corona-Zeitalter dieses Gift wieder in Erinnerung, das an allen Ecken und Enden schon seit langer Zeit unsere demokratischen Systeme (ganz zu schweigen von unserer Umwelt und der geknechteten Natur) angreift und mit Erfolg angreift, kapert, tötet! Covid-19 zeigt diese Welt auf eine derart klare Weise, dass ich wieder an Jesaja denken muss – die Müdigkeit hat auch die redlichen Demokraten erfasst, dennoch schwingt eine wichtige Unterscheidung von Kraft und Stärke in den Worten jenes Propheten, der dem Volk Israel im babylonischen Exil Hoffnung zuspricht. Die Stärke der falschen Gewichtungen ist nicht von der Hand zu weisen. Und sie schleicht sich in alles hinein, das wahre Leben wird unter Besatzung gebracht wie die Krim. Was daraus folgte, ist dies: Alle gewöhnen sich daran. Während sich die Natur im Lockdown erholt, in diesem wie unter kosmischer Regie stehenden Stillstand, höre ich förmlich die Luft im neuen Lungenvolumen aufatmen, die Vögel singen, den Regen musizieren.

Der Himmel und seine blaue Stunde sind wieder wahrhaft möglich geworden – auch in unseren Städten. Wir Müden und Entkräfteten hören ihnen zu. Wir, die wir alles an die Obrigkeit delegiert haben im Glauben, nichts mehr (und nicht einmal mehr mit unserer Wählerstimme) selbst ausrichten zu können, wir merken vielleicht doch und gerade jetzt, dass wir vor allem das Denken in uns selbst lange, bevor Covid19 uns in unser inneres Exil gebracht hat, lahmgelegt haben. Und dass wir gar nicht mehr daran glauben, überhaupt etwas verändern zu können und dabei Einzelne zu sein, die zu den anderen Einzelnen wirklich und wahrhaft sprechen und nicht nur etwas dahinreden. Sprechen. Aus der eigenen Urteilskraft heraus. „Not my sneaker!“ muss aber für die Zukunft ein ernstgemeintes Lebensgebet sein, dem Taten folgen. Ich sage das auch mir selbst, denn der Alltag hat seine Gesetze und Müde sind wir alle am Ende eines langen Tages, an dem unsere Kinder und unsere Arbeit und! und! und! uns beansprucht haben. Den Bequemen gehörten die Straßen aber zum Aufbäumen mit eigener Stimme doch schon lange nicht mehr. Nun leben die Straßen für sich allein, unabhängig von uns verbinden sie sich mit den wissenden Wipfeln der Bäume und dem grünenden Farbgesang des Frühlings – oben in der freien Luft laden die aufsprießenden jungen Blätter zur geistigen Bilanz ein. Das Bild ihres gleichermaßen kostbaren wie stetigen Wachsens lässt danach fragen, was auch ich tun kann, um die Kraft zu beanspruchen, die mir zusteht. Ich schreibe diesen Text nicht nur mit meiner Hand, sondern durch die Hand mit meiner Seele und möchte die Fragen, die ich stelle, als geistige Erde sehen.

Diese Erde zeigt mir das, was C.G. Jung gemeint hat, als er die bewusste Persönlichkeit mit einem mehr oder weniger willkürlichen Ausschnitt aus der Kollektivpsyche in Verbindung brachte. Wir sind, jeder an seiner Stelle, der Hummus für diese kollektive Psyche. Die Bewusstwerdung, wie sie auch in der Genesis zu Sprache kommt, stelle, so Jung, eine Tabuverletzung dar, wie wenn durch Erkenntnis eine sankrosante Grenze frevelhaft überschritten würde. Jung glaubte in diesem Sinne, dass die Genesis recht hat, insofern jeder Schritt zu einem größeren Bewusstsein eine Art prometheischer Schuld sei: „… durch die Erkenntnis wird gewissermaßen ein Feuerraub an den Göttern begangen, das heißt, es wird etwas, das Eigentum der unbewussten Mächte war, aus diesem naturhaften Zusammenhang herausgerissen und der Willkür des Bewusstseins unterstellt.“ Der Mensch, der die neue Erkenntnis usurpiere, erleide aber eine Veränderung oder Erweiterung des Bewusstseins, wodurch dieses demjenigen seiner Mitmenschen unähnlich werde. Die Qual, die aus dieser Einsamkeit entstehe (und Mystiker aller Zeiten haben auf dieses Leiden am erwachten Bewusstsein hingewiesen), sei, so C.G. Jung weiter, „die Rache der Götter“. Da der Mensch nicht mehr zurück zum Menschen könne, sei er, wie im Mythos, an die einsamen Felshöhen des Kaukasus geschmiedet, verlassen von Göttern und von Menschen.

Diese Folgeerscheinungen des größer werdenden Bewusstseins sind nicht nur in Zeiten der existentiellen Ausgesetztheit spürbar, sie sind auch permanenter Teil eines sowohl inneren als auch äußeren Exils. Aber die Welt, die wir für unseren Garten Eden gehalten haben, ist gar kein Paradies gewesen. Die alte Welt ist zusammengebrochen und beansprucht uns jetzt als Lesende. Als solche reisen wir mit den Möglichkeiten, die das Alphabet uns, gebündelt in der Schau einer schöpferischen Kraft, zur Lektüre anbietet. Und wir reisen zeitgleich in uns selbst. Am besten, man nehme einen Stift zur Hand und folge dem Lauf der Lügen, die das einstig als Eden gedachte innere, äußere und politische Leben ausmachten. Vielleicht haben wir dann eine wirkliche und wahre Kraft, um jene Toten zu beweinen, die einen schrecklichen Tod während der Corona-Pandemie starben und ihrem Schicksal nicht mehr hier auf der Erde zuarbeiten, nicht mehr in ihm atmen können.  Wir aber schulden ihnen Freundschaft und Stille im Geiste, auf dass wir genauer sehen lernen, während wir einem inneren Gebot nachkommen und zu Hause bleiben, um den in Not Geratenen zu helfen und das Buch in uns zu entdecken, das uns, in unserer Verletzlichkeit und der mit dem Körper verbundenen Achillesferse, mit ihnen in einen Gedächtnis- und Empfindungsraum stellt.

Heute ist Sonntag in meinem Leben. Nur welche Rolle spielt Zeit, wenn wir unser Denken aufgeben und noch mehr Menschen sterben, während andere ihre Gewinne sicherstellen und das Gemeinwohl dabei unterwandern, von dem sie selbst profitieren, indem sie es wie Adidas rigoros und ohne jedwedes ethische Takt- und Verantwortungsgefühl beanspruchen. Die auf Gewinne ausgerichtete Ethik der Ökonomie ist keine Ethik. „Je kleiner ein sozialer Körper“, so C.G. Jung in einem seiner Texte über „Die Assimilation des Unbewussten“, „desto mehr ist die Individualität der Mitglieder gewährleistet, desto größer ihre relative Freiheit und damit die Möglichkeit einer bewussten Verantwortlichkeit.“ Damit ist auch die Frage nach unserer Freiheit gestellt, die mit der Sittlichkeit verbunden ist. Vielleicht ist jetzt endlich die Zeit gekommen, in der ein mit diesen Fragen in uns entstehender Kompass unabdingbar geworden ist. Nur das in Handlungen vollzogene Leben, sei es im eigenen Bewusstsein oder in der Außenwelt (und in der Folge des Erwachens ist das eine mit dem anderen identisch), ist ein in spürbare Kraft übersetztes Tun. Und das Leben ist heilig. Das haben wir wohl in unserer durchorganisierten, so kühl wie rational in sich selbst verliebten Welt, vergessen. Und der Tod erinnert uns wieder daran, dass es ihn gibt und dass das Heilige und die Endlichkeit unserer Existenz mit ihm verbunden sind.

Ich schaue bei diesem Gedanken auf meinen roten Klee und denke an Emily Dickinson. Fast auf den Tag genau war ich letztes Jahr in ihrem Geburtshaus in Amherst, Massachusetts und sah im Garten, den auch sie einst sah – roten Klee. „Nicht mehr als dies biet ich heut an -/ Dies und mein Herz dazu - / Und Wiesen – zähle du / genau – damit – wenn ich’s vergesse / Noch Einer kennt die Summe – / Dies, und mein Herz, und alle Bienen / Die im Klee brummen.“  Der Wandel kommt, Dickinson wusste davon. Wenn der Geist sich bekehrt, damals in ihr und heute in uns, wird das bezeugt und nicht erklärt. Als Hannah Arendt 1956 im Ungarn-Aufstand die erste Schwächelung Sowjetrusslands sah, schien vielen, ihr Gedanke sei übertrieben. Heute wissen wir, dass das der historische Urmoment war, auf den das im Revolutionsjahr 1989 Möglichgewordene zurückzuführen ist. Bezeugen meint auch Wartenkönnen. Veränderungen kann man nicht wie einen Kredit auf Kosten anderer bekommen. Eine veränderte Welt entsteht im selbstdurchschrittenen Leben und im je einzeln erwachten Bewusstsein des Menschen. Manchmal können wir erst Jahrzehnte später sehen, was als Senfkorn im Denken angelegt war. Was aus den Farben des Senfkorns wird, das können wir mit diesem Wissen aber heute schon mitgestalten. Sehen heißt ändern. Sehen heißt leben. Sehen heißt atmen. Sehen heißt sehen. Die Erde ist ein Ort im Universum.

Textrechte: © Aargauer Literaturhaus, Abdruck/Kopie verboten.

Marica Bodrožić, geboren 1973 im Hinterland von Split in Dalmatien, siedelte 1983 nach Hessen über. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen, Essays, die sich stets im Resonanzraum von Ethik und Ästhetik bewegen und aus einem geistig ausgerichteten Sprachbewusstsein schöpfen. Seit ihrem Debüt Tito ist tot (2002) sind zahlreiche Bücher erschienen, die sich mit Gedächtnis und Erinnerung, Philosophie und Mystik auseinandersetzen. Dafür erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den European Prize for Literature (2013) und den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2015). Marica Bodrožić lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums. Zuletzt erschien 2019 ihr Essayband Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe im Matthes & Seitz Verlag, Berlin.

Marica Bodrožić. Foto: Rike May.

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