Sascha Garzetti: Vom Heranwachsen der Sterne - und andere Texte.

Ein sehr schönes und feinfühliges Buch. Der junge Sascha Garzetti spielt mit den Wörtern und einfachen Sätzen, sodass sie neue Bedeutungen erhalten und so sprichwörtlich wie die Sterne zu etwas Neuem "heranwachsen". Dabei bleiben sie immer leise und intim. Besonders gelungen sind die schweizerdeutschen Gedichte, weil man sich in ihnen sofort zuhause fühlt. Wer einen Einblick erhalten will in neue Schweizer Lyrik, sollte sich dieses Buch unbedingt anschauen. (János Moser)

Sascha Garzetti: Vom Heranwachsen der Sterne und Gespräch in der Manteltasche. Geht es Ihnen auch so, dass Sie beim Lesen oder Hören von Gedichten von Gegenwartsautor/innen meist frustriert sind, weil Sie den unzusammenhängenden Gedankengängen nicht folgen können. Ich bin dann nur schon froh, wenn ich hin und wieder ein Bild wiedererkenne oder mich die Sprachmelodie erfreut. Erfrischend und ganz anders geht es mir mit der Lyrik des jungen Dichters Sascha Garzetti. Seine meist szenischen Kurz- und Kürzestgedichte in den zwei ansprechenden Bändchen “Vom Heranwachsen der Sterne“ (2012, Wolfbach Verlag) und „Gespräch in der Manteltasche (2012, Isele Verlag) haben stets eine kohärente Abfolge, arbeiten mit realistischen Begriffen und einem eindeutigen lyrischen Ich. Äusserst frappant, wie jeweils die primäre Aussage in eine metaphorische Pointe hinübergleitet. Als Beispiel sei angefügt: möchte deine Sätze / zwischen die Finger kriegen // und sie biegen / zu einem Talisman // der in jede Jackentasche / hineinpasst (aus: „Vom Heranwachsen der Sterne"). (Cedric Weidmann)

In den Gedichten Garzettis, sei es in seiner Gedanken- oder empfindsamen Liebeslyrik geht sehr oft um die Sprache, um ihre Wörter mit ihrer Mehrdeutigkeit, ihrer Unzuverlässigkeit. Und was Worte mit einem machen können, sagt das Gedicht „ein Wort lag auf der Strasse / und warf mich aus dem Sattel / ich verfing mich im Steigbügel / hänge seither kopfüber / am Bauch der Sprache (in „Gespräch in der Manteltasche). Es sind Gedichte voller Witz. Ihre Sinnenhaftigkeit und die tiefsinnige Metaphorik stossen zum Nachdenken an, und lassen die Vieldeutigkeit der Sprache bewusst werden. So regen  Garzettis Gedichte zum Fragen und Suchen an. Es ist zu hoffen, dass noch Manches aus seinem „Wortland“ zu uns angeschwemmt wird entsprechend dem Schlussgedicht in „Gespräch in der Manteltasche“: möchte abbrechen / mitten im Satz // mich anschwemmen lassen / an neues Wortland". (Erich Lüthi)

Bettina Spoerri