Halloween im Literaturhaus
Okt.
31
bis 1. Nov.

Halloween im Literaturhaus

An diesem Abend nehmen Geister und Dämonen das Aargauer Literaturhaus Lenzburg in Besitz. Sie hausen in verschiedenen Räumen im und ums Haus und warten auf ein Publikum, das das Gruseln lernen will. Denn das Publikum macht auf einem gespenstischen Rundgang Halt in diesen Räumen – und die meisten kehren auch wieder heil zurück.

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Sofalesung mit Julia Trachsel in Gränichen
Nov.
1

Sofalesung mit Julia Trachsel in Gränichen

Sofalesung mit Julia Trachsel in Gränichen

Foto: David Fürst

«Alles in allem»

Anfänge treten manchmal so abrupt ein wie Enden. Diese Geschichte beginnt mit einem Ende. Während die Protagonistin als Zeugin eines tödlichen Unfalls auf der Polizeistation auf Worte wartet, die das Geschehene begreifbar machen könnten, schweifen ihre Gedanken immer wieder ab: zu Erinnerungen an alltägliche Szenen und existenzielle Erfahrungen, zu Abschieden, Unausgesprochenem, zu ungeschlüpften Küken oder einem toten Fischherz, das noch einmal schlägt… Dazwischen endlose Sommer und das fragile Leben, das sich im Alltag unbeirrt fortsetzt.

Eine Graphic Novel über das Festhalten, Loslassen und Erinnern. Über den Moment, in dem man begreift, dass alles flüchtig ist, und die Unmöglichkeit, das Leben zu verstehen – und den hartnäckigen Versuch, es trotzdem zu erzählen.

Julia Trachsel (*1988 in Mammern, CH), studierte an der Pädagogischen Hochschule Thurgau und erwarb 2010 den Bachelor of Arts in Primary Education. Nach einer Station als Primarlehrperson in Zürich absolvierte sie das Studium Illustration Fiction an der Hochschule Luzern, das sie 2020 erfolgreich abschloss. Für «Alles in allem» erhielt sie 2022 das Comic-Stipendium der Deutschschweizer Städte und den Kreationsbeitrag von Pro Helvetia sowie 2025 den Werkbeitrag des Kantons Luzern. Sie ist Mitherausgeberin des Comic-Magazins Die Notbremse. Julia Trachsel lebt und arbeitet als Illustratorin und Comiczeichnerin in Luzern.

Moderation: Lukas Künzli

Lukas Künzli zeichnet und schreibt Comics, in der stillen Kammer und live auf der Bühne im musikalischen Trio ‚Comiconcerto'. Er hat Geschichte und Skandinavistik studiert und lebt mit seiner Familie in Basel.



Sonntag, 01. November, 17:00 Uhr

Anmeldung unter: sofalesungen.ch

Die Sofalesung wird in Gränichen stattfinden.

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Residenzabend mit Leif Randt
Nov.
12

Residenzabend mit Leif Randt

Residenzabend mit Leif Randt

Foto: Belle Santos

Leif Randt wurde 1983 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Gießen, London und Hildesheim u. a. Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. 2009 erschien sein Debütroman »Leuchtspielhaus«, sein jüngster Roman ist »Let’s Talk About Feelings« (2025). Im Mittelpunkt steht Marian Flanders, ein 41-jähriger Boutique-Besitzer in Westberlin, der nach dem Tod seiner Mutter eine alternative Trauerfeier organisiert – der Roman erzählt vom ersten Jahr nach diesem Ereignis. Zwischen erfolgreichen Halbgeschwistern, Reisen nach Neu-Delhi, Wolfsburg und Sapporo, Flirts und Freundschaften verwandelt sich seine unterkühlte Traurigkeit in stille Euphorie. Randt entwirft in seinem neuen Roman ein Coming-of-Middleage, das zwischen Leichtigkeit und Melancholie changiert. 

Leif Randts Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023). Seit 2017 co-kuratiert er das Onlineverlags-Label tegelmedia.net. Der Autor lebt in Maintal und Berlin. 

Von Oktober bis Dezember 2026 ist Leif Randt Writer-in-Residence im Aargauer Literaturhaus. An diesem Abend stellt er sich vor und wird uns aus seinen Texten lesen.

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

Support Member erhalten 50% und Provide Member 100% Rabatt (Zugangsschlüssel unten bei Eventfrog eingeben)

Tickets nur solange Vorrat.

Barbetrieb nach Ende der Veranstaltung.

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Café Littéraire: Franziska Witschi - Wildwechsel. Geschichten aus der Stadt
Nov.
15

Café Littéraire: Franziska Witschi - Wildwechsel. Geschichten aus der Stadt

Café Littéraire: Franziska Witschi - Wildwechsel. Geschichten aus der Stadt

Foto: Corinne Futterlieb

Die Biologin und Autorin Franziska Witschi präsentiert ihr im Frühjahr erschienenes Buch «Wildwechsel. Geschichten aus der Stadt».

Was passiert, wenn auf dem Visper Bahnhofplatz plötzlich eine Viper auftaucht? In den poetischen Erzählungen der Berner Biologin Franziska Witschi prallen urbaner Alltag und ungezähmte Natur aufeinander. Die unerwarteten Begegnungen wecken Ängste und Sehnsüchte, lassen aber auch erahnen, dass wir Teil der Wildnis sind. (Literaturpreis 2026 des Kantons Bern)

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg in Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus.

Moderation: Thomas Wacker

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg.

Beginn der Lesung: 11:15 Uhr

Kaffee und Gipfeli: ab 10:30 Uhr

Tageskasse: 15 CHF / Mit Reservation: 10 CHF.

Tageskasse nur solange Vorrat.

Reservation per Mail: info@aargauer-literaturhaus.ch

Wir bitten Sie, mindestens 20 Minuten früher zu kommen, um ihre Tickets/Reservationen einzulösen. Die Plätze sind nicht nummeriert.

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Exklusiv: Anna Grass und Dieter Stolz im Gespräch
Nov.
25

Exklusiv: Anna Grass und Dieter Stolz im Gespräch

Exklusiv:

Anna Grass und Dieter Stolz im Gespräch - Günter Grass und die Entstehung einer Weltliteraturkarriere aus Lenzburg

Foto: Renate von Mangoldt

Ein exklusives Gespräch mit Anna Grass und Dieter Stolz:

Die Lenzburgerin Anna Grass (*1932) absolvierte ihre Ausbildungen in modernem Tanz und klassischem Ballett an renommierten Schulen in Berlin und Paris. Sie arbeitete als Tanz- und Theaterpädagogin und Choreografin hauptsächlich in Berlin.

Von 1954 bis 1978 war Anna Grass mit dem späteren Nobelpreisträger Günter Grass verheiratet. Kennengelernt haben sich die beiden Künstler:innen in Lenzburg, wo Günter Grass auch zu seinem Erfolgsroman “Die Blechtrommel” inspiriert wurde. Hier fand eine Beziehung zwischen Bühne und Schreibtisch, zwischen Paris und Berlin, ihren Anfang; hier entstand eine Künstlerfamilie. Dabei spielte auch das Müllerhaus (das heutige Literaturhaus) eine wichtige Rolle, weil es für die junge Anna Schwarz eine Verbindung zur Kunstwelt war, die wiederum Günter Grass die Welt der Literatur eröffnete.

Der Literaturwissenschaftler und Lektor Dieter Stolz hat Günter Grass jahrzehntelang bei seiner Arbeit begleitet und weiss, wie sich sein Werk entwickelt hat. Zurzeit arbeitet er (zusammen mit Werner Frizen) an einer Entstehungsgeschichte der “Blechtrommel” und wird im Gespräch mit Anna Grass auf die Urszenen des Romans zu sprechen kommen.

Die Schauspielerin Helene Grass (*1974), Tochter von Günter Grass und bestens mit seinem Werk vertraut, ist eine Film- und Theaterschauspielerin und Sprecherin. Sie hatte Rollen u.a. im «Tatort», in «Wendland», «Legal Affairs» und in «World on Fire» (BBC) und spielte u.a. im Schauspielhaus Hamburg, im Théâtre National De La Colline Paris und der Staatsoper Paris. Sie arbeitete für den SWR, den NDR, WDR, Deutschlandradio und den Bayrischen Rundfunk und sprach Hörspiele ein, etwa. B. «Corpus delicti», «Unterleuten» und «Underground Railroad»

Begleitet wird das Gespräch von Lesungspassagen von Helene Grass aus “Beim Häuten der Zwiebel” und “Mein Jahrhundert”. Die Veranstaltung findet im Zusammenhang mit einer Ausstellung im Soussol des Müllerhauses statt:

Die Ausstellung “Anna & Günter Grass - Die jungen Jahre des Künstlerehepaars”, die vom 20. November bis 4. Dezember 2026 im Müllerhaus in Lenzburg gezeigt wird, umfasst die Sparten Literatur, Tanz, Malerei, Fotografie und setzt zahlreiche - auch historische - audiovisuelle Medien ein. Diese stammen überwiegend von schweizerischen, deutschen und österreichischen Rundfunkanstalten. Die Ausstellung richtet den Fokus auf die heute 93-jährige Anna Grass und diese bisher auch in der Wissenschaft zu wenig beachtete Frau, die ihren Talenten vertraute und zielstrebig ihren eigenen künstlerischen Weg ging. Mehr zur Ausstellung hier.

Moderation: Martin Zingg

Beginn des Gesprächs: 19:45 Uhr

Tageskasse: 18 CHF / Mit Reservation: 12 CHF.

Tageskasse nur solange Vorrat.

Reservation per Mail: info@aargauer-literaturhaus.ch

Wir bitten Sie, mindestens 20 Minuten früher zu kommen, um ihre Tickets/Reservationen einzulösen. Die Plätze sind nicht nummeriert.

Mehr Infos folgen...

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Pult-Lesekreis: Aus anderem Holz von Giuliano Musio
Nov.
26

Pult-Lesekreis: Aus anderem Holz von Giuliano Musio

Pult-Lesekreis: Aus anderem Holz von Giuliano Musio

Wir diskutieren über: «Aus anderem Holz» von Giuliano Musio (luftschacht, 2026)

Gegen Ende der Achtzigerjahre stürzt in einem italienischen Küstenort ein Friedhof ins Meer. Eine Urne, die an den Strand gespült wird, gibt ein Geheimnis preis: Der fünfundzwanzigjährige Pinò erfährt, dass sein Vater vor ihm schon einen anderen Sohn hatte. Als Pinò bewusst wird, dass er immer nur als Ersatz gedacht war, beginnt er die verschwiegene Vergangenheit seines Vaters zu erforschen. Doch dabei riskiert er, dass auch sein eigenes Geheimnis aufgedeckt wird. Die rätselhaften Merkmale seines Körpers drohen ihn zu verraten: Sein Bauchnabel fehlt, seine Stimme erzeugt keinen Widerhall, sein Atem hinterlässt in der Kälte keine Spur. Denn Pinò war nicht immer ein Mensch.

In Aus anderem Holz interpretiert Giuliano Musio den Pinocchio-Stoff neu. Aus der Puppe ist ein junger Mann geworden, aber das Menschsein ist ihm fremd geblieben. Ein Roman über die Last der Herkunft und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung.

Giuliano Musio, * 1977, ist schweizerisch-italienischer Herkunft und hat Germanistik und Anglistik studiert. Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er lebt in Bern.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Sofalesung mit Simone Weinmann in Beinwil am See
Nov.
29

Sofalesung mit Simone Weinmann in Beinwil am See

Sofalesung mit Simone Weinmann in Beinwil am See

Foto: Stéphanie Marie Couson

«Im Winterschlaf besuche ich den Mars»

Die nördliche Hemisphäre liegt im alljährlichen Winterschlaf, die Menschen ruhen traumlos in ihren Wohnungen. Isa aber erwacht und kann nicht wieder einschlafen. Gemäß den Regeln muss sie ihren Freund Theo zurücklassen und wird in ein Hotel gebracht, das sie und die wenigen anderen vorzeitig Erwachten nicht verlassen dürfen. Umgeben von der schlafenden Welt ist das Hotel ein trostloser Ort und Isa zieht sich zunehmend in ein immersives Computerspiel zurück. Was als faszinierende Expedition auf den Mars beginnt, wird bald bedrohlich und Isa steht vor der Frage, ob sie in der von einer KI regulierten Realität nicht längst die Kontrolle darüber abgegeben hat, was mit ihr geschieht. Isa muss über sich hinauswachsen und entscheiden, wie sie leben will.

Die Herausforderungen unserer Zeit begegnen uns in einem präzise gearbeiteten, visionären Roman.

Simone Weinmann hat in Zürich bei Prof. Ben Moore in Astrophysik promoviert und einige Jahre am Max-Planck-Institut in Garching bei München und an der Sterrewacht in Leiden gearbeitet. Heute unterrichtet sie Physik und lebt mit Mann und Kind in Zürich. 2017/2018 war sie Stipendiatin des Roman-Seminars am Literaturhaus München bei Günther Eisenhuber und Annette Pehnt. «Die Erinnerung an unbekannte Städte» ist ihr erster Roman.

Moderation: Silvan Preisig


Sonntag, 29. November, 17:00 Uhr

Anmeldung unter: https://sofalesungen.ch/simone-weinmann-aargau-2026-11-29

Die Sofalesung wird in Beinwil am See stattfinden.

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Café Littéraire: Silvia Süess mit Reden, um nicht zu ersticken
Dez.
6

Café Littéraire: Silvia Süess mit Reden, um nicht zu ersticken

Café Littéraire: Silvia Süess mit Reden, um nicht zu ersticken

Foto: rieggi.ch / Olivier Rüegsegger

Silvia Süess liest aus «Reden, um nicht zu ersticken».

Die Stiftung Pro Juventute rief 1926 unter dem Namen «Kinder der Landstrasse» ein Hilfswerk ins Leben, das bis 1973 über 600 jenische Kinder von ihren Familien trennte und sie in Heimen oder Pflegefamilien unterbrachte. Im Februar 2025 kommt ein Gutachten im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern zum Schluss, dass die mit Unterstützung der Behörden durchgeführte Verfolgung der Jenischen in der Schweiz ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» war. Das wegweisende Rechtsgutachten ist dem jahrzehntelangen Kampf der Betroffenen um Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu verdanken. Eine Betroffene ist Uschi Waser. Als Baby wurde sie, noch kein Jahr alt, ihrer jenischen Mutter weggenommen. Sie wuchs in unzähligen Heimen auf, wo sie Gewalt und Demütigung erlebte. Doch sie beschloss, nicht länger zu schweigen. Die Journalistin und Autorin Silvia Süess hat recherchiert und zusammen mit Uschi Waser deren bewegende Lebensgeschichte niedergeschrieben, eine Geschichte, die unter die Haut geht und niemanden kalt lässt.  

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg in Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus.

Moderation: Werner Christen

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg.

Beginn der Lesung: 11:15 Uhr

Kaffee und Gipfeli: ab 10:30 Uhr

Tageskasse: 15 CHF / Mit Reservation: 10 CHF.

Tageskasse nur solange Vorrat.

Reservation per Mail: info@aargauer-literaturhaus.ch

Wir bitten Sie, mindestens 20 Minuten früher zu kommen, um ihre Tickets/Reservationen einzulösen. Die Plätze sind nicht nummeriert.

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Sofalesung mit Janica Irina Madjar in Aarau
Dez.
13

Sofalesung mit Janica Irina Madjar in Aarau

Sofalesung mit Janica Irina Madjar in Aarau

Foto: Viviane Stucki

«Den Berg auf der Zunge»

Als ihre Mutter für ein paar Wochen verreist, kehrt die Erzählerin aus der Stadt nach Hause zurück, ins Bergdorf Wengen, sie soll sich um den Garten kümmern. Dabei wollte sie es doch hinter sich lassen, das Dorf, um in der Stadt zu studieren und aus dem Bergdorfkind eine Stadtfrau zu machen. Es ist ein heisser, regenloser Sommer, begleitet wird sie von einem kleinen Hund und dem tief verwurzelten Misstrauen gegenüber dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Ein Ort, der vom Verlust des Vaters geprägt ist und für den der Begriff «Heimat» nicht so recht passen mag.

Während die Berge bröckeln, die Gletscher schmelzen und ein Bauprojekt die Lebenswelt der Dorfbewohner:innen erschüttert, durchstreift die Erzählerin die Alpen. Und mit der Zeit erobert sie sich ihren Platz zurück in diesem felsigen Terrain, das zunehmend an Bedrohlichkeit verliert.

In einer dichten, tastenden Sprache zeichnet Janica Irina Madjar den Weg einer Wiederannäherung nach und zeigt, wie Zuversicht dort entstehen kann, wo sich Beständiges aufzulösen droht.

Moderation: Fadrina Arpagaus

Sonntag, 13. Dezember, 17:00 Uhr

Anmeldung unter: https://www.sofalesungen.ch/janica-irina-madjar-aargau-2026-12-13

Die Sofalesung wird in Aarau stattfinden.

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Pult-Lesekreis: Afrika ist kein Land von Dipo Faloyin
Okt.
22

Pult-Lesekreis: Afrika ist kein Land von Dipo Faloyin

Pult-Lesekreis: Afrika ist kein Land von Dipo Faloyin

Wir diskutieren über: «Afrika ist kein Land» von Dipo Faloyin (Suhrkamp, 2023 )

Mehr als 1.4 Milliarden Menschen, 54 Länder, über 2.000 Sprachen, seit Jahrzehnten auf einfache Geschichten reduziert: Hunger, Safaris, vielleicht noch brutale Diktaturen. Ein ganzer Kontinent wird bis zur Horrorhaftigkeit simplifiziert, mit desaströsen Folgen … Dipo Faloyin hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Stereotype aus der Welt zu schaffen. Mit Biss, Tempo, unwiderstehlichem Charme zeichnet er ein zeitgemäßes Porträt Afrikas: urbanes Leben in Lagos, der erfolgreiche Kampf für Demokratisierung, die Kehrseite der Charity-Industrie, durchgeknallte kulinarische Rivalitäten, lebendige zivilgesellschaftliche Bewegungen, die einzigartige Rolle der Aunties im Großfamiliengefüge. Dipo Faloyin erzählt andere Geschichten, positiv, divers, kompliziert. Immer getrieben von Lebenslust und dem Glauben an eine großartige Zukunft trotz aller kolonialen Hindernisse.

Afrika ist kein Land korrigiert eine globale Wahrnehmungsverzerrung. Es ist das erzählerische Manifest gegen Dummheit, Faulheit und Einfachheit im Umgang mit der Vielgestaltigkeit des afrikanischen Kontinents. Und eine absolut hinreißende Intervention.

Dipo Faloyin schreibt als Senior Editor für VICE zu den Themen Race, Kultur und Identität in Europa und Afrika. Seine Beiträge erschienen unter anderem in Dazed, i-D, The Huffington Post, Refinery 29 und Prospect. Geboren in Chicago, aufgewachsen in Lagos, lebt Dipo Faloyin derzeit in London.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Café Littéraire: Urs Augstburger und Monika Schärer
Okt.
18

Café Littéraire: Urs Augstburger und Monika Schärer

Urs Augstburger und Monika Schärer - Als der Regen kam

Foto: zVg

Am ersten Café Littéraire der Saison 26/27 präsentieren Urs Augstburger und Monika Schärer «Als der Regen kam».

Kann eine alte Liebe die Rettung sein, wenn Erinnerungen verblassen? Mauro Nesta kehrt zur Zeit des Jugendfests an den Ort seiner Jugend zurück, um die Wohnung seiner demenzkranken Mutter aufzulösen. Während sich die Stadt auf das alljährliche Jugendfest vorbereitet, wird Mauro von Kindheitserinnerungen übermannt und entdeckt im Leben seiner Mutter Hinweise auf ein gut gehütetes Familiengeheimnis. Was geschah an jenem schicksalhaften Tag, „als der Regen kam“? Das Jugendfest und die Spurensuche werden für die beiden Protagonisten zu einem Fest der Erinnerungen.

Urs Augstburger hat eine bewegende Geschichte über Grundfragen des Lebens und des Erinnerns geschrieben. Zusammen mit Monika Schärer verwandelt er die Zeitreise in das Kleinstadtleben der Schweiz der fünfziger Jahre in ein Hör- und Sehspiel, dass die Figuren und die Atmosphäre des Romans hautnah lebendig werden lässt. Eine Vorstellung, die nachhallt.

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg in Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus.

Moderation: Werner Christen

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg.

Beginn der Lesung: 11:15 Uhr

Kaffee und Gipfeli: ab 10:30 Uhr

Tageskasse: 15 CHF / Mit Reservation: 10 CHF.

Tageskasse nur solange Vorrat.

Reservation per Mail: info@aargauer-literaturhaus.ch

Wir bitten Sie, mindestens 20 Minuten früher zu kommen, um ihre Tickets/Reservationen einzulösen. Die Plätze sind nicht nummeriert.

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Pult-Lesekreis: Grossmütter von Melara Mvogdobo
Sept.
24

Pult-Lesekreis: Grossmütter von Melara Mvogdobo

Pult-Lesekreis: Grossmütter von Melara Mvogdobo

Wir diskutieren über: «Grossmütter» von Melara Mvogdobo (Transit Verlag, 2025 )

Ein souverän erzählter, verblüffender Roman über zwei Frauen aus verschiedenen Kontinenten, die sich beide auf abenteuerliche Weise aus ihrem vermeintlich unabänder­lichen Schicksal lösen.
Dieser Roman handelt von zwei Großmüttern, die eine aus einer armen Schweizer Bauernfamilie, die andere aus einer relativ wohlhabenden Familie in Kamerun.
In einer unglaublich knappen, wie gemeißelten Sprache geht es um deren Kindheit, Hoffnungen und Enttäuschungen. Sie heiraten, werden gedemütigt und entwürdigt. Aber durch diese Erfahrungen staut sich eine gewaltige Wut auf, die schließlich, auch mit Hilfe der jeweiligen Enkeltöchter, zu ihrer Befreiung führt.

Leseprobe:
Ich war ein fröhliches Mädchen. Trotz allem.
Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich mich oft, wie ich mit schwingenden Zöpfen über Weiden hüpfe hinter unseren Kühen her.
Oder auf dem weiten Weg zur Schule mit der kleinen Hand meiner Schwester in der meinen.
Daneben unsere Brüder und die anderen Kinder der umliegenden Höfe, mit nichts als Schabernack im Sinn.
Damals hatten die Familien viele Kinder.
Wir waren nur zu sechst.
Zwei Mädchen und vier Buben.

Was sagst du da, ma fille?
Ärztin willst du werden?
Ha, wer hat denn sowas schon gehört?
Ein Mädchen aus unserer Familie will ein Arzt sein!
Wir haben, soviel ich weiß, noch nicht einmal einen männlichen Arzt in der Familie.
Was sind das bloß für absurde Hirngespinste?
Du wirst besser schnell erwachsen, Tochter, und vergisst diese dummen Träume!
Er streicht mir übers Haar.
Es fühlt sich zum ersten Mal unangenehm an.

»Dieses Buch ist schmal und radikal. Radikal nicht durch Lautstärke oder Länge, sondern durch die Entscheidung, alles Unnötige wegzulassen. Kein überflüssiges Wort, keine dekorativen Bilder, kein erklärender Ton. Und genau dadurch ist dieser Text so gewaltig. Weil das Schweigen, das Verzweifeln, das Wüten und das Widerstehen nicht erzählt, sondern gespürt wird.« Aus der Laudatio zur Nominierung für den Schweizer Buchpreis

Melara Mvogdobo wurde 1972 in Luzern geboren. Nach ­einem Pädagogik-Studium und der Geburt von drei Söhnen lebte sie in der Dominikanischen Republik, in Kamerun und wieder in der Schweiz. Neben ihren schriftstellerischen ­Arbeiten unterrichtete sie traumatisierte Jugendliche, leitete Workshops über Textilkunsthandwerk und tropische Küche. 2022 zog sie mit ihrer Familie nach Andalusien. 2023 erschien ihr erster Roman »Von den fünf Schwestern, die auszogen, ihren Vater zu ermorden« (Edition 8, Zürich).

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Vernissage: Peter Beeli - Neu Helvetia
Sept.
16

Vernissage: Peter Beeli - Neu Helvetia

Vernissage: Peter Beeli - Neu Helvetia

Foto: zVg

Peter Beeli feiert am 16. September 2026 die Vernissage seines historischen Romans «Neu Helvetia» (Neptun Verlag, 2026) im Aargauer Literaturhaus. 

Davos in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Erzbergwerk schliesst ein wichtiger Arbeitgeber seine Tore im wirtschaftlich arg gebeutelten Hochtal. Nachdem auch noch der Vater an Auszehrung stirbt und sich die Mutter nicht zuhause blicken lässt, sind Peter, Johann und Hans Luzi auf sich allein gestellt. Die Brüder führen den Hof im Sertig, halten sich mit Gelegenheitsarbeit und als Verdingbuben über Wasser. Mit ihrem Pferd als einzige Hinterlassenschaft baut das Trio ein kleines Geschäft auf, bis ein tragischer Unfall die Projekte und Träume der drei Brüder jäh unterbricht. Der soziale Abstieg beginnt, die drei ziehen aus dem elterlichen Hof im Seiten- in eine heruntergekommene Baracke im Haupttal. Aber auch hier sind ihre Tage gezählt: Sie müssen die Heimat mit anderen Schicksalsgenossen aus Davos und Klosters in Richtung Amerika verlassen. Es beginnt ein gewaltiger Marsch, gefolgt von der schier endlosen Schifffahrt. Die Ankunft in der neuen Welt bringt Herausforderungen und Schicksalsschläge und führt in den Bürgerkrieg. Hier erfährt Peter nicht nur die Grausamkeit des Tötens, sondern auch die Kraft der Liebe.

»Ein Schuss weckte eine ganze Armee. Niemand hatte einen Angriff erwartet. Nicht so früh. Und schon gar nicht an einem Sonntag. Am Tag des Herrn. Den ganzen Samstag hatte es geschüttet. Der Boden war aufgeweicht. Die Ausrüstungen völlig durchnässt. Im Dauerregen hatten sie den Strom überquert. Einundsiebzig Raddampfer beladen mit Menschen, Material. Um den Gegner zu töten. Zuerst die Infanterie zur Sicherung des fremden Raumes. Gefolgt von der gesamten Kavallerie. Mit den nervösen Pferden und ihren Reitern.Die sich auf den Kampf freuten. Nur wenige Tage bis zum tödlichen Aufeinandertreffen.​​​​​«

Peter Beeli wurde 1965 im Sternzeichen des Skorpions in Romanshorn geboren. Im Aargau aufgewachsen, lebt er heute mit seiner Familie am Hallwilersee. Für seinen ersten Krimi «Tagliabue – Schatten der Vergangenheit» wurde er 2025 für den Schweizer Krimipreis nominiert. Der 2. Fall von Kommissar «Tagliabue – Clandestino» erscheint im Herbst 2027 beim Neptun Verlag.

Moderation: Anna Chudozilov

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

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Sonntagsstreifzug mit Julia Weber und lauschig
Sept.
13

Sonntagsstreifzug mit Julia Weber und lauschig

Sonntagsstreifzug mit Julia Weber und lauschig

Lust auf eine etwas andere Lesung? Eine, bei der Sie Kopfhörer aufsetzen, durch Lenzburg spazieren und neue Orte entdecken können? Bei der Sie innehalten, dem Text und der Musik lauschen, dem Gespräch beiwohnen – und danach die Erlebnisse beim Apéro Revue passieren lassen? Das ist das Konzept des lauschig-Streifzugs in Lenzbug. Nicht verpassen!

Foto: Stefan Kubli

Julia Weber (Die Vermengung) legt mit ihrem dritten Roman Weil ich Ruth bin ein Buch voller Magie und in einer einzigartig sinnlichen Sprache vor. Wir flanieren mit ihr und Ruth – diesmal in Lenzburg – und lauschen an verschiedenen Stationen ihrem Text, den Gesprächen und der Musik.

Ruth hat besondere Kraft: Sie kann Gewitter aufziehen lassen, Bäche zum Versiegen bringen, Dinge bewegen. Aber vor allem kann sie Menschen in Tiere verwandeln. Und die Menschen strömen zu ihr, wollen Qualle sein auf Zeit, Hund, Vogel oder Echse und dabei die Rechnungen vergessen, die Sitzungen im Büro, den Haushalt, das ganze moderne Leben.

Alle verfallen Ruth. Sie geht selbstbewusst durch die Strassen und zieht magisch die Aufmerksamkeit auf sich. Ein grosser Roman über Körper, Liebe und Selbstermächtigung.

Der Spaziergang wird moderiert von Niki Grieser Díez. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Winterthurer Flötistin Magda Schwerzmann.

Der Spaziergang findet bei jeder Witterung im Freien statt. Alle Besucher*innen erhalten einen Kopfhörer mit individuell einstellbarer Lautstärke. Wir bitten die Besucher*innen 10 Minuten vor dem Start einzutreffen.

Der Spaziergang ist eine Kooperation mit lauschig.ch.

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Pult-Lesekreis: Sprachmaschinen - eine philosophie der künstlichen Intelligenz von Roberto Simanowski
Aug.
27

Pult-Lesekreis: Sprachmaschinen - eine philosophie der künstlichen Intelligenz von Roberto Simanowski

Pult-Lesekreis: Sprachmaschinen von Roberto Simanowski

Wir diskutieren über: «Sprachmaschinen - eine philosophie der künstlichen Intelligenz» von Roberto Simanowski (C.H. Beck - Verlag, 2025)

Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vornehmsten und wichtigsten Eigenschaften des Menschen: Sie ermöglicht es, eine ganze Welt zu erschließen, auch die intimsten Gedanken zu artikulieren, sich über Wertvorstellungen zu verständigen – und ist entscheidend für die besondere Freiheit und Souveränität, mit denen Menschen ihr Leben führen. Was aber geschieht, wenn wir uns von einer Sprachmaschine die Welt erklären, Werte vermitteln und das Denken abnehmen lassen? Der Medienphilosoph und Internetexperte Roberto Simanowski will es genauer wissen und begibt sich auf die Suche nach den atemberaubenden Konsequenzen des großen Souveränitätstransfers, der gerade im Gange ist.

Jede Technik hat die Macht, ihren ahnungslosen Nutzern die eigene Logik aufzudrängen. Gewöhnen uns ChatGPT, Claude, Zwilling, Pi oder Gemini das Lesen, Schreiben und Denken ab? Überreden sie uns zu Ansichten, die wir gar nicht haben? Entmündigen sie uns gerade dadurch, dass sie uns so eifrig zu Diensten sind? Und sind sie vielleicht gerade deshalb so gefährlich, weil sie uns all das zugeben scheinen, was wir haben wollen? Simanowski geht diesen und weiteren Fragen nach – mit dem philosophischen Gespür dafür, wie die neue Technik die Situation des Menschen verändern wird. 

Roberto Simanowski, Kulturwissenschaftler und Medienphilosoph, lebt in Rio de Janeiro und Berlin und ist Autor von 15 Büchern über Kunst, Kultur und Politik der digitalen Medien. Nach Professuren in den USA, Hongkong und der Schweiz forscht er derzeit als Visiting Scholar an der Harvard University und an der Freien Universität Berlin.
Sein Buch «Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz» wurde 2020 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Topshelf Night 2026
Juli
18
bis 19. Juli

Topshelf Night 2026

Topshelf Night 2026

Das grösste traumhafte BookTok-Festival der Schweiz geht in die dritte Runde:

Am 18.-19. Juli auf Schloss Lenzburg.

Die Topshelf Night bringt Autor:innen, Creators und Leser:innen der BookTok- und der Bookstagram-Communities zusammen und verwandelt das historische Schloss Lenzburg in ein Paradies für Buchliebhaber:innen ab 16 Jahren


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Pult-Lesekreis: Gabriele von Arnim - Abschied leben
Juni
25

Pult-Lesekreis: Gabriele von Arnim - Abschied leben

Pult-Lesekreis: Gabriele von Arnim - Abschied leben

Wir diskutieren über: «Abschied leben» von Gabriele von Arnim (Rowohlt, 2026)

Inhalt:

Abschied ist immer.

Abschied ist der Ort im Jetzt.

Wir verabschieden uns an Haustüren, auf Bahnhöfen, im eigenen Kopf, verabschieden uns von Menschen, die sterben, von Geliebten, die weiterziehen, von Kindern, die erwachsen werden. Von Wohnungen, Städten, Jobs. Aber auch von Meinungen und Prägungen, von früheren Ichs, von der Friedens- wie der Demokratiegewissheit. Abschiede sind Kummer oder auch Lust. Sind Schmerz und Mut. Wege und Irrwege. Abschied heisst nicht nur Beraubung und Trauer, sondern auch Verwandlung, Aufbruch, Abenteuer. Abschiede sind auch Wege in die Freiheit der Ungewissheit.

In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Sofalesung mit Dorothee Kohler
Juni
7

Sofalesung mit Dorothee Kohler

Sofalesung mit Dorothee Kohler

Foto: Samuel Schalch

«Vier Seiten Leben - der Fall Martha L.»

Beim Aufräumen ihres Familiennachlasses stösst Dorothee Kohler auf den Namen einer Tante, von der sie nichts wusste: Martha Luginbühl, geboren im Mai 1894. Da steht es, schwarz auf weiss. Ihr Vater hat nie von einer älteren Schwester erzählt und auf Familienfotos finden sich keine Hinweise auf sie. Warum wurde über Martha nie gesprochen?
Dorothee Kohler beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass Martha als junge Erwachsene in psychiatrischen Institutionen untergebracht war. Anhand einer kargen Klinikakte will sie Marthas Fall nachvollziehen. Darin ist von einer «unfügsamen» Patientin die Rede, die sich wehrte. Es finden sich weitere Dokumente, die fragwürdige Behandlungsmethoden im frühen 20. Jahrhundert offenlegen, besonders im Umgang mit weiblichen Patientinnen.
Beim Versuch, der Wahrheit nachzuspüren, öffnet sich ein leiser Raum, und die Umrisse eines Lebens werden sichtbar. Persönlich, präzise und berührend erzählt die Autorin von einer versehrten jungen Frau.

Sonntag, 07.Juni 17:00 Uhr

Anmeldung unter: sofalesungen.ch

Die Sofalesung wird in Aarau stattfinden.

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