Literatur aus der Psychiatrie 3 - Dr. Marc Walter, Philipp Theisohn und Svealena Kutschke @PDAG, Psychiatrische Dienste Aargau
Mai
5

Literatur aus der Psychiatrie 3 - Dr. Marc Walter, Philipp Theisohn und Svealena Kutschke @PDAG, Psychiatrische Dienste Aargau

Literatur aus der Psychiatrie 3 - Dr. Marc Walter, Philipp Theisohn und Svealena Kutschke @PDAG, Psychiatrische Dienste Aargau

Schwerpunkt: Literatur aus der Psychiatrie

Fotos: Dorothea Tuch, Samuel Schalch

Das Podiumsgespräch findet im Rahmen unseres Schwerpunkts Literatur aus der Psychiatrie statt. Weiter geplant sind ein Gespräch mit Simon Froehling über seinen Roman Dürrst, eine virtuelle Schreibwerkstatt mit Malwina Ledniowska, sowie ein Abschlussgespräch mit Leon Engler über Botanik des Wahnsinns.
Mehr zum Schwerpunkt Literatur aus der Psychiatrie finden Sie
hier mehr.

Wir laden Sie ein zu einer Führung durch den Notfall der Psychatrie Königsfelden und einer anschliessenden Podiumsdiskussion zu “Literatur in der Psychiatrie” mit dem Klinikleiter Prof. Dr. med. Marc Walter, dem Literaturwissenschaftler Prof. Philipp Theisohn und der Schriftstellerin Svealena Kutschke. Im Gespräch mit Salomé Meier diskutieren sie die Geschichte der Psychiatrie als Raum und Institution, ihre literarisch Repräsentation und gesellschaftliche Rolle.

Marc Walter studierte von 1992 bis 1999 an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Humboldt-Universität in Berlin Medizin. Nach der Promotion 2000 war er an der Charité Universitätsmedizin Berlin und an der Harvard Medical School in Boston wissenschaftlich tätig. Seit 2016 ist er Titularprofessor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Basel. Von 2014 bis 2021 war er als Chefarzt und stellvertretender Direktor an der Klinik für Erwachsene der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) in Basel tätig. Seit 2022 leitet er die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG).

Philipp Theisohn, geboren 1974 in Bad Dürkheim, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der univertäut Zürich und Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart an der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind Literatur der Schweiz, Literaturkritik, Literarisches Eigentum / Das Plagiat als literarhistorisches Phänomen, Science Fiction und Futurologie, Realismus, Franz Kafka, Frühneuzeitliche Wissenspoetik.
Er ist Mitherausgeber des Digitalen Almanachs für Schweizer Gegenwartsliteratur und Diskurskritik der Universität Zürich.

Svealena Kutschke studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und lebt heute in Berlin. Sie ist Schriftstellerin und Dramatikerin. Sie hat bisher fünf Romane veröffentlicht, zuletzt Gespensterfische (2025 Schöffling & Co). Ihr erstes Theaterstück zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden zählt zu den drei Gewinnertexten der Autor*innentheatertage 2019. Svealena Kutschke wurde mit dem Förderpreis zum Schiller-Gedächtnispreis 2019 und mit dem Hebbel-Preis 2022 ausgezeichnet. No Shame in Hope (eine Jogginghose ist ja kein Schicksal) war für den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2023 nominiert und wird vielfach nachgespielt. 2023 war sie Stipendiatin in der Kulturakademie Tarabya in Istanbul und des Goetheinstitut Bejing in Nanjing. Die Arbeit an Gespensterfische wurde gefördert durch das Arbeitsstipendium 2024 des Literaturfonds Darmstadt, das Arbeitsstipendium 2023 des Berliner Senats und mit einem Aufenthaltsstipendium der Stiftung Döblin Preis 2022. Ihr neues Stück Fußnoten aus dem späten 21. Jahrhundert war zum Heidelberger Stückemarkt 2025 eingeladen und wurde mit dem FIDENA Stückepreis ausgezeichnet.

Moderation und Kuration: Dr. Salomé Meier.


Um 19 Uhr findet eine geführte Besichtigung des Notfalls und der Krisenintervention in der Psychiatrischen Dienste Aargau statt.
Um 19:45 Uhr, beginnt die Podiumsdiskussion mit anschliessendem Apéro.
Ein Besuch nur der Podiumsdiskussion ist möglich.

Treffpunkt 1: 19:00 Uhr - Lageplan W1
Treffpunkt 2: 19:45 Uhr - Lageplan BZ


Hinweis: Parkmöglichkeiten (gebührenpflichtig) befinden sich neben dem Begegnungszentrum (BZ)

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

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Ann Cotten - Poller - Idyllen
Mai
26

Ann Cotten - Poller - Idyllen

Ann Cotten - Poller - Idyllen

Foto: Bogenberger Autorenfotos

Poller

Idyllen

Mit Symbolbildern von Ann Cotten

Ein reiner Gedichtband von derm lyrikskeptischsten Dichterni deutscher Sprache: Qualitätsware! Die als Poller gelesenen Stehtexte stecken in einem Botaniksubstrat, das 2009 angelegt wurde: ein innovatives Verfahren im Textrecycling, das Standfestigkeit mit konzeptueller Fruchtbarkeit vereint. Poller. Idyllen stellt bukolische Szenen, wie sie Theokrit sammelte, in Medienbildern und Lebenswelten der Gegenwart frei. Details dienen als Zeitstempel und Gelenke zugleich. Geringe Wortspieldichte, hohe Präzision. Im Sinne des Urban Mining ist Poller. Idyllen ein Reservoir für die Zukunft, deren Filterfunktion wache Analysen realer Situationen erlaubt, ohne sich mit Mitreisenden in veralteten Fachsprachen unterhalten zu müssen.

Die Zweikomponentenpaste der Lyrik wird im Einklang mit der Tradition einseitig aufgetragen, denn »dass die Welt klebrig ist, wissen wir beide«.

Ann Cotten ist Schriftstelly, Übersetzy und Theorie-Fuzzy, derssen Spaß mit sprachlichen Genderingmethoden (Phettbergsches Entgendern, »polnisches Gendering«) in der medialen Wahrnehmung die seihrner zahlreichen Werke ernsthaften Inhalts überschattet. Cotten arbeitet seit 2021 an einer materialistischen Poetik als PhD-Projekt an der FU Berlin und gibt seit 2023 in Wien die jährlich erscheinende Zeitschrift Triëdere für literarische Essayistik mit heraus. Cottens Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Rompreis der Villa Massimo.

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

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Pult-Lesekreis: Nefeli Kavouras -Gelb, auch ein schöner Gedanke
Mai
28

Pult-Lesekreis: Nefeli Kavouras -Gelb, auch ein schöner Gedanke

Pult-Lesekreis: Nefeli Kavouras -Gelb, auch ein schöner Gedanke

Wir diskutieren über: «Gelb auch ein schöner Gedanke» von Nefeli Kavouras (Kiepenheuer & Witsch, 2026)

Ein wunderbares Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation, mal zärtlich und poetisch, mal wütend, humorvoll und sehr direkt erzählt mit einer überraschenden Wendung, die das Ende eines Lebens und unseren Umgang damit in ein völlig neues und unbekanntes Licht rückt.

Georg stirbt, und das schon viel zu lange. Während Ruth ihren Mann selbstvergessen zu Hause pflegt und sich darüber von ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lea entfremdet, möchte die endlich Normalität und ungebremst ein jugendliches Leben führen. Ruth und Lea brauchen sich, driften aber immer weiter voneinander weg. Und dann passiert etwas mit Georg, mit dem keiner gerechnet hat.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Literatur aus der Psychiatrie 4 - Leon Engler: Botanik des Wahnsinns (Saisonabschluss)
Mai
29

Literatur aus der Psychiatrie 4 - Leon Engler: Botanik des Wahnsinns (Saisonabschluss)

Literatur aus der Psychiatrie 4 - Leon Engler: Botanik des Wahnsinns (Saisonabschluss)

Schwerpunkt: Literatur aus der Psychiatrie

Foto: Niklas Berg

Die Lesung ist das Abschlussgespräch des Schwerpunkts Literatur aus der Psychiatrie.
Zum Schwerpunkt finden Sie
hier mehr.

Botanik des Wahnsinns

Von einem, der auszog, um nicht verrückt zu werden

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.

»Unwiderstehlich. Leichtfüßig und ernst, zärtlich und brutal, ironisch und ehrlich.«, Siri Hustvedt

Leon Engler wuchs in München auf und studierte Theater-, Film-, Medien-, Kulturwissenschaft und Psychologie in Wien, Paris und Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Er ist tätig als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben. ›Botanik des Wahnsinns‹ ist sein Debütroman.

Moderation: Dr. Salomé Meier

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:15

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

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Abschlusslesung Textstatt 2026
Mai
31

Abschlusslesung Textstatt 2026

Abschlusslesung Textstatt 2026

Ein exklusiver Einblick in unseren renommierten Schreibworkshop für 17- bis 25-Jährige. Unter der Leitung von Noemi Somalvico und Lukas Maisel haben die Teilnehmer*innen mehrere Wochen intensiv an ihren Texten gearbeitet – wenn Sie die Literaturtalente hören wollen, bevor sie alle kennen: Hier finden Sie die Perlen.

Im Anschluss laden wir zum Apéro ein.

TICKETS VOR ORT ERHÄLTLICH

Türöffnung und Bar: 16:30 Uhr
Beginn Veranstaltung: 17:00 Uhr

Apéro und Barbetrieb nach Ende der Veranstaltung.

Ticketreservation per E-Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch: 12 CHF
Abendkasse: 18 CHF

Dies ist ein Anlass mit freier Platzwahl.

Förderpartnerin:

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Sofalesung mit Dorothee Kohler
Juni
7

Sofalesung mit Dorothee Kohler

Sofalesung mit Dorothee Kohler

Foto: Samuel Schalch

«Vier Seiten Leben - der Fall Martha L.»

Beim Aufräumen ihres Familiennachlasses stösst Dorothee Kohler auf den Namen einer Tante, von der sie nichts wusste: Martha Luginbühl, geboren im Mai 1894. Da steht es, schwarz auf weiss. Ihr Vater hat nie von einer älteren Schwester erzählt und auf Familienfotos finden sich keine Hinweise auf sie. Warum wurde über Martha nie gesprochen?
Dorothee Kohler beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass Martha als junge Erwachsene in psychiatrischen Institutionen untergebracht war. Anhand einer kargen Klinikakte will sie Marthas Fall nachvollziehen. Darin ist von einer «unfügsamen» Patientin die Rede, die sich wehrte. Es finden sich weitere Dokumente, die fragwürdige Behandlungsmethoden im frühen 20. Jahrhundert offenlegen, besonders im Umgang mit weiblichen Patientinnen.
Beim Versuch, der Wahrheit nachzuspüren, öffnet sich ein leiser Raum, und die Umrisse eines Lebens werden sichtbar. Persönlich, präzise und berührend erzählt die Autorin von einer versehrten jungen Frau.

Sonntag, 07.Juni 17:00 Uhr

Anmeldung unter: sofalesungen.ch

Die Sofalesung wird in Aarau stattfinden.

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Halloween im Literaturhaus
Okt.
31
bis 1. Nov.

Halloween im Literaturhaus

Halloween-Special:

Geisterbahn-Lesung mit Schweizer Fantasyautor*innen

An diesem Abend überlassen wir das Aargauer Literaturhaus den Geistern und Dämonen. In unheimlichem Ambiente und auf mehreren Stockwerken lesen Fantasy-Autor*innen brandneue Halloween-Geschichten zum Gruseln. Das Publikum zirkuliert zwischen den verwunschenen Räumen wie bei verschiedenen Stationen einer Geisterbahn.

In Zusammenarbeit mit “Jull”, dem jungen Literaturlabor (jull.ch) und dem “Verein Schweizer Phantastikautor:innen” (www.phantastikautoren.ch).

Ticketreservation per E-Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch: Mit Reservation: 10 CHF
Abendkasse: 15 CHF.

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Literatur aus der Psychiatrie 2 - Online-Schreibwerkstatt mit Malwina Ledniowska
Apr.
28

Literatur aus der Psychiatrie 2 - Online-Schreibwerkstatt mit Malwina Ledniowska

Literatur aus der Psychiatrie 2 - Online-Schreibwerkstatt mit Malwina Ledniowska

Schwerpunkt: Literatur aus der Psychiatrie

In der virtuellen Schreibwerkstatt am 28. April tauchen wir ein in die Welt von Malwina Ledniowskas Keine Sorge, alles gut:

In ihrem Roman "Keine Sorge alles gut" verfolgt sie die überstürzenden Ereignisse während der Nachtschicht von Romi, einer Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik. Jana, eine junge Frau, hat sich am Vortrag das Leben genommen. Mit dieser entsetzlichen Nachricht sieht sich Romi konfrontiert, als sie ihren Nachtdienst antritt - und sofort beginnt der Film im Kopf: Hat sie die junge Patientin vernachlässigt? Hat sie Anzeichen übersehen? Hätte sie verhindern können…? Diese und ähnliche Fragen quälen die Pflegende während der ganzen Nacht. 

In der virtuellen Schreibwerkstatt schreiben wir aus wechselnden Perspektiven: als Pflegefachperson, als Patient:in, als kommentierende Stimme aus dem Off.

Was verändert sich, wenn die Stimme wechselt?
Welche Wirklichkeit entsteht?

Mit gezielten Schreibimpulsen entwerfen wir gemeinsam ein vielstimmiges Panorama der Psychiatrie und geben ihr eine eigene Stimme.

Malwina Ledniowska war selbst einige Jahre im Pflegeberuf tätig und hat später an dem Literaturinstitut in Biel ihren Bachelor abgeschlossen. Sie wurde 1987 in Polen geboren, ist in Düsseldorf aufgewachsen und lebt heute in Bern.

Wir treffen uns digital in einem Raum, in dem wir als Avatar auftreten werden. Dort ist es möglich, sich zurückzuziehen oder sich in kleinen Gruppen an einen Tisch zu setzen. Das Tolle am digitalen Treffpunkt in Gathertown: Man muss mit niemandem sprechen, aber man kann. Ein bisschen sozialer Druck ist da, aber nicht zu viel.
Der Link zur Streamingplattform, auf welcher der Workshop stattfindet, wird ihnen per Mail zugeschickt. Über Eventfrog können wir Sie kontaktieren.

Die virtuelle Schreibwerkstatt findet im Rahmen unseres Schwerpunkts Literatur aus der Psychiatrie statt. Weiter geplant sind ein Gespräch mit Simon Froehling über seinen Roman Dürrst, eine Podiumsdiskussion in der Psychiatrie Königsfelden mit Marc Walter, Philipp Theisohn und Svealena Kutschke zur Geschichte der Psychiatrie und ihren literarischen Repräsentationen, sowie ein Abschlussgespräch mit Leon Engler über Botanik des Wahnsinns.
Zum Schwerpunkt Literatur aus der Psychiatrie finden Sie hier mehr.

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Pult-Lesekreis: Hartmut Rosa - Situation und Konstellation
Apr.
23

Pult-Lesekreis: Hartmut Rosa - Situation und Konstellation

Pult-Lesekreis: Hartmut Rosa - Situation und Konstellation

Wir diskutieren über: «Situation und Konstellation - Vom Verschwinden des Spielraums» von Hartmut Rosa (Suhrkamp, 2026)

Die Lehrerin, die Noten nicht zur Ermutigung vergeben kann, die Ärztin, die Bildschirme statt Patienten behandelt, der Schiri, dessen Augenmaß vom VAR verdrängt wird: Unmerklich verändert sich in der Gegenwartsgesellschaft der Charakter unseres Handelns. Insbesondere im Berufsleben, aber zunehmend auch in der Freizeit zeichnen uns Richtlinien und Formulare, Algorithmen und Apps die Wege zur Entscheidungsfindung minutiös vor. An die Stelle situationssensiblen Überlegens und Urteilens tritt die konstellationsbasierte Vollzugslogik der Maschinen, mit denen wir tagein, tagaus hantieren. »Stimme zu« / »Stimme nicht zu« – so werden Handelnde zu Vollziehenden.

Diese Entwicklung, sosehr sie der Gerechtigkeit und Transparenz dienen mag, hat einen hohen Preis, den Hartmut Rosa in seinem neuen Augenöffner auf anschauliche Weise beziffert. Denn wenn Ermessensspielräume verschwinden und die Kreativität menschlichen Handelns aus den alltäglichen Praxisvollzügen eliminiert wird, wächst das Gefühl der Ohnmacht. Und mit der Urteilskraft verkümmert die Handlungsenergie als solche. Doch wie können wir diesem individuellen und kollektiven Energieverlust der Gesellschaft entgegenwirken? Indem wir, so Rosa, die menschliche Handlungsfähigkeit stärken, und zwar auf allen Ebenen der sozialen Existenz.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Literatur aus der Psychiatrie 1 - Simon Froehling: Dürrst
Apr.
14

Literatur aus der Psychiatrie 1 - Simon Froehling: Dürrst

Literatur aus der Psychiatrie 1 - Simon Froehling: Dürrst

Schwerpunkt: Literatur aus der Psychiatrie

Foto: Nikkol Rot

Die Reihe Literatur aus der Psychiatrie versteht den Psychiatrie-Roman nicht nur als Motivgeschichte des Wahnsinns, sondern als Auseinandersetzung mit Klinik als Ort und Institution. Sie behandelt heute Erfahrungen zwischen Selbstbeschreibung und Fremdzuschreibung, die nach neuen Ausdrucksformen verlangen.

Im Gespräch mit Simon Froehling und seinem vielbeachteten Roman Dürrst diskutiert Dr. Salomé Meier über die literarische Darstellung und Erarbeitung der psychischen Krankheit in der Gegenwart.

Dürrst:

Eher zufällig wird Andreas Durrer zum gefeierten Künstler – als »Dürrst« jedoch droht er bald an sich selbst unterzugehen. Sein Weg vom Jugendlichen, der seiner Oberschichtsherkunft den Rücken zukehrt, über besetzte Häuser, unzählige Partys, Vernissagen und Betten meist fremder Männer bis in die psychiatrische Klinik und wieder hinaus ist kein linearer. Das Leben ist eine wilde Tour, auf der Dürrst ab und an das Ziel aus den Augen, doch fast nie die Hoffnung verliert.

»Als junger Erwachsener wolltest du dich als spontaner und chaotischer Mensch sehen, und es hat lange gedauert, bis du dir eingestehen konntest, dass du nur in der Routine aufblühst, dass du Alltagsrituale brauchst.« Dies ist nicht die einzige Erkenntnis, die Andreas Durrer, genannt Dürrst, im Lauf der Jahre gewinnt. Sein Weg beginnt überraschend, eine Installation zu James Baldwins ›Giovannis Room‹ macht ihn fast über Nacht zum gefragten Künstler. Doch dann wird der Druck nach neuen Werken größer und die Tage, an denen er nicht aufzustehen vermag, zahlreicher. Künstlerische Höhenflüge wechseln sich mit psychischen Sturzflügen ab, so wie Dürrst auch sein Lager – die WG in Zürich, das Kleinstappartement in Athen, die Hotelzimmer in Kairo – und damit die Lover wechselt, wobei er eigentlich auf der Suche nach der großen Liebe ist. ›Dürrst‹ ist ein schonungsloser, gewitzter und liebevoller Roman über einen manchmal hilflosen und doch großen Helden.

Simon Froehling, 1978 geboren, ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel und machte sich Anfang der Nullerjahre vor allem als Lyriker und Dramatiker einen Namen. Sein erster Roman ›Lange Nächte Tag‹ erschien 2010 im Bilgerverlag. Neben seiner Tätigkeit als Autor arbeitet er als freier Dramaturg fürs Tanzhaus Zürich. ›Dürrst‹ war 2022 für den Schweizer Buchpreis nominiert und erhielt einen Anerkennungspreis des Kantons Zürich.

Moderation: Salomé Meier

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

Support Member erhalten 50% und Provide Member 100% Rabatt (Zugangsschlüssel unten bei Eventfrog eingeben)

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Pult-Lesekreis: Matthias Bügler - Wir dachten, wir könnten fliegen
März
26

Pult-Lesekreis: Matthias Bügler - Wir dachten, wir könnten fliegen

Pult-Lesekreis: Matthias Jügler - Wir dachten, wir könnten fliegen

Wir diskutieren über: «Wir dachten, wir könnten fliegen » von Matthias Jügler (Pinguin, 2025)

Er lebte im chinesischen Fluss Jangtse, war bis zu drei Meter lang und 500 Kilogramm schwer und wurde 2020 für ausgestorben erklärt: der Schwertstör. Zum Verhängnis wurden ihm sein zartes Fleisch und die anhaltende Vernichtung seines Lebensraums. Der Schwertstör war nicht nur aufgrund seiner Größe ein besonderer Fisch – er war auch der einzige Vertreter seiner Gattung, die nun mit ihm als ausgestorben gilt. Die Geschichte vom Verschwinden des Schwertstörs ist nur eine von Tausenden. In den nächsten Jahrzehnten droht weltweit der Verlust von bis zu einer Million Arten. Das Massensterben bedroht unser gesamtes Ökosystem und damit auch uns Menschen.

Diese Anthologie versammelt literarische, ebenso humorvolle wie überraschende Beiträge von zwanzig der renommiertesten deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller*innen. Sie fragen: Wie lebten bestimmte verschwundene Tiere und Pflanzen? Was verbindet uns heute noch mit ihnen? Was machte sie einzigartig? Und was wurde ihnen zum Verhängnis? Begleitet durch farbige Illustrationen von Barbara Dziadosz gibt »Wir dachten, wir könnten fliegen« den verschwundenen Arten ein Gesicht und holt sie aus der Anonymität in unser Bewusstsein.

Mit Beiträgen von: T.C. Boyle, John Burnside, Alex Capus, Daniela Dröscher, Elena Fischer, Charlotte Gneuß, Kim de l’Horizon, John Ironmonger, Helen Macdonald, Katerina Poladjan und Henning Fritsch, Melanie Raabe, Julia Schoch, Katrin Schumacher, Clemens J. Setz, Antje Rávik Strubel, Jackie Thomae, Iida Turpeinen, Caroline Wahl, Iris Wolff.

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
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Gaea Schoeters - Das Geschenk
März
25

Gaea Schoeters - Das Geschenk

Gaea Schoeters - Das Geschenk

Foto: Anna Weise 

Nach »Trophäe« der neue Roman von Gaea Schoeters – über die unausweichlichen globalen Fragen aus europäischer Perspektive

Elefanten mitten in der Großstadt, und es werden immer mehr. Was geht hier vor? Rasch muss der Bundeskanzler erkennen, dass die Tiere nicht aus dem Zoo entkommen, sondern ein Geschenk des Präsidenten von Botswana sind. 20 000 Elefanten hat er nach Deutschland geschickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den armen Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. »Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen …«
Gaea Schoeters nähert sich nach ihrem Sensationserfolg »Trophäe« den existenziellen Themen des globalen Zusammenlebens aus einer anderen Richtung – und mit blitzgescheitem Humor. Ein neues Lese- und Nachdenkvergnügen!

»Eine politische Parabel, die mit faszinierender Leichtigkeit die Herausforderungen der Gegenwart vor Augen führt, ohne sich vor deren Komplexität zu drücken.« Thomas Hummitzsch, Republik, 24.09.25

Gaea Schoeters, geboren 1976, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. 2012 hat sie den Großen Preis Jan Wauters für ihren kreativen Umgang mit Sprache gewonnen. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. 2024 ist ihr Roman »Trophäe« und 2025 »Das Geschenk«, beides aus dem Niederländischen von Lisa Mensing, bei Zsolnay erschienen.

Moderation: Luzia Stettler

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

Support Member erhalten 50% und Provide Member 100% Rabatt (Zugangsschlüssel unten bei Eventfrog eingeben)

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Topshelf-Books - Gabriella Santos de Lima
März
19

Topshelf-Books - Gabriella Santos de Lima

Topshelf-Books - Gabriella Santos de Lima

Foto: Privat

Gabriella Santos de Lima, geboren 1997 in São Paulo, studierte am Hildesheimer Literaturinstitut Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und arbeitete nebenbei als Flugbegleiterin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit ihrem Debüt gewann sie einen Wettbewerb und erreichte Platz 12 beim Lovelybooks-Leserpreis, sieben ihrer Titel standen auf der Spiegel-Bestsellerliste. In den Sozialen Medien ist sie auf Instagram (> 13k) und TikTok (> 25k Follower:innen) zu finden.

Gabriella Santos de Lima wird die neue Topsehlf Reihe, Topshelf-Books, im Literaturhaus mit einer Lesung zu ihrem Buch Fleur de Lavande eröffnen.
Die neue Topshelf-Reihe ergänzt die Topshelf Night, die in einer Sommernacht auf Schloss Lenzburg stattfindet und die populäres Lesen zwischen BookTok, NewAdult und Fantasy feiert und kritisch beleuchtet. Auch unter dem Jahr finden einzelne Highlights statt, die zur Topshelf Night gehören. Für zahlende Members des Literaturhauses, die exklusive Inhalte erhalten und an Umfragen teilnehmen können, ist der Besuch  der Topshelf-Reihe kostenlos (nicht aber der Topshelf Night).

Fleur de Lavande (Band 1) - Wie du liebst

Sommer in Südfrankreich? Klingt perfekt für Viola. Die Bestsellerautorin braucht dringend eine Auszeit. Und Abstand. Von ihrem Ex und ihrer Schwester, die einen Tag nach der Trennung miteinander ins Bett gegangen sind. Doch statt alles hinter sich zu lassen, schüttet Viola ihr Herz am Flughafen einem – vermeintlich – Fremden aus. Lucas Rausch ist Spitzensportler, Erbe des traditionellen Duftimperiums Fleur de Lavande und … der Bruder ihrer besten Freundin. Viola will ihn um jeden Preis auf Abstand halten, doch zwischen Lavendelfeldern und verstohlenen Küssen auf dem offenen Meer spürt sie zum ersten Mal, worüber sie sonst nur in ihren Büchern schreibt …

Poetischer Schreibstil trifft schonungslos ehrlichen Umgang mit aktuellen Themen :

Gabriella Santos de Lima schreibt sensibel und augenöffnend über den (Erfolgs-)Druck durch Social Media und toxische Maskulinität.

Moderation: Cédric Weidmann

Apéro und Bar: 18:45

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

START, SUPPORT und PROVIDE Member erhalten kostenlosen Eintritt zu allen Events der Topshelf-Reihe: Topshelf-Books

Tickets nur solange Vorrat.

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Sofalesung mit Hayat Erdogan
März
15

Sofalesung mit Hayat Erdogan

Sofalesung mit Hayat Erdogan

Foto: Flavio Karrer

«Hauptsache kein Zeitgeist»

Ein Mädchen lernt auf einer Trommel den Takt der türkischen Nationalhymne. Jahre später steht ihre Mutter vor der Tür und zieht sie an der Hand zurück nach Deutschland. Noch einmal Jahre später wird sie verlassen von einem Mann, den sie »Niemand« nennt, die Sehnsucht nach Niemand wird sie nicht mehr los. Alles, nur nicht zynisch werden. 

In Hauptsache kein Zeitgeist breitet sich in aufregenden 24 Stunden die Gegenwart vor uns aus wie ein gewebter Teppich. Die Heldin des Romans ist eine Kosmopolitin und eine Migrantin. Sie übt sich in Affirmation und Meditation, bildet sich autodidaktisch in Sozialphilosophie und rollt auf einer Konferenz die Augen über die tristen Tropen der Wissenschaftler. Reist nach Triest und lernt John kennen, reist in die Vergangenheit und lernt sich selbst kennen. Will nicht modern sein und ist es doch. 

Sonntag, 15. März 17:00 Uhr

Anmeldung unter: sofalesungen.ch

Die Sofalesung wird in Aarau stattfinden.

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Café Littéraire: Werner Adams - Der Milchprinz
März
15

Café Littéraire: Werner Adams - Der Milchprinz

Werner Adams - Der Milchprinz

Foto: Markus Nobs

Spätsommer 1806. Eine illustre Gesellschaft von 13 Personen, mehrheitlich aristokratischer Herkunft, bricht von Schloss Brestenberg bei Hallwyl auf, um eine sorgfältig geplante Lustreise auf die Rigi zu unternehmen. Mit von der Partie sind junge Leute, Schüler Pestalozzis sowie Damen und Herren bekannter Familien wie der von Steiger, von Wattenwyl, von Diesbach und May. Rudolf von Jenner, 37, von seinen Freunden ‚Milchprinz‘ genannt, führt als Expeditionsleiter Tagebuch. Das Wetter ist schlecht, das Barometer sinkt ständig, der Regen will nicht aufhören. Trotzdem macht sich die Gruppe gut gelaunt auf den Weg, zu Fuss und zu Pferd, mit Kutsche, viel Gepäck und Parapluies.

Am 2. September 1806 gegen 17.00 Uhr donnern vom Rossberg im Kanton Schwyz an die 40 Millionen Kubikmeter Fels, Steine und Erde 1000 Meter tief zu Tal und verschütten innert kurzen drei Minuten Goldau samt zwei weiteren Dörfern mit insgesamt 457 Menschen und 323 Stück Vieh. 111 Wohnhäuser, 220 Ställe und Scheunen, Kirchen und zwei Kapellen werden zerstört. Die Dörfer Goldau und Röthen sind komplett verschwunden, und der Lauerzersee hat sich um ein Siebtel seiner Fläche verkleinert. Der verheerende Bergsturz von Goldau geht in die Geschichte ein als eine der grössten Naturkatastrophen der Schweiz jener Zeit.

Unter den Toten befinden sich auch sieben Personen der Berner Reisegruppe, darunter der «Milchprinz»!

Der vorliegende historische Roman, ergänzt von Augenzeugenberichten, beleuchtet ausser dem  Unglück den Zeitgeist der frühen Romantik und die persönliche Geschichte der Reiseteilnehmer in einer Epoche gesellschaftlichen Wandels vor dem Hintergrund des politischen Umsturzes von 1798, der die Aristokratie wenige Jahre zuvor hart getroffen hat.

Text: Werner Adams

Werner Adams ist in Zürich geboren und aufgewachsen. Heute lebe ich mit meiner Frau im Kanton Bern.
Seit Jahren beschäftigt er sich mit Familiengeschichtsforschung und leitet über 25 Jahre die Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Zürich.

Moderation: Werner Christen

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg.

Beginn der Lesung: 11:15 Uhr

Kaffee und Gipfeli: ab 10:30 Uhr

Tageskasse: 15 CHF / Mit Reservation: 10 CHF.

Tageskasse nur solange Vorrat.

Reservation per Mail: info@aargauer-literaturhaus.ch

Wir bitten Sie, mindestens 20 Minuten früher zu kommen, um ihre Tickets/Reservationen einzulösen. Die Plätze sind nicht nummeriert.

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Residenzabend mit Jarka Kubsova
März
10

Residenzabend mit Jarka Kubsova

Residenzabend mit Jarka Kubsova

©Christoph Niemann

Jarka Kubsova wurde 1977 in Tschechien geboren, seit 1987 lebt sie in Deutschland. 1996 machte sie das Examen zur Pflegefachfrau, stieg vom System desillusioniert schon bald darauf aus dem Beruf wieder aus. Darauf studierte sie in Hamburg Soziologie und Sozialökonomie.
Sie arbeitete als Journalistin bei «Financial Times Deutschland», «Stern» und «DIE ZEIT» sowie als Co-Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher. 2021 erschien ihr Debütroman «Bergland», der auf der Jahresbestsellerliste stand. Jarka Kubsova lebt in Hamburg. Für «Marschlande» tauchte sie tief in die Geschichte der Stadt und der Vier- und Marschlande ein und forschte in Archiven über Abelke Bleken und ihre Zeit.

Jarka Kubsova wird von Februar bis April 2026 im Atelier Müllerhaus schreiben und arbeiten. Beim Residenzabend stellt sie sich vor und spricht über ihre Werke und die kommenden Projekte.

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.-

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!NUR MIT VORANMELDUNG! Vernissage: Robert Hunger-Bühler – Die Blume im Mund
Feb.
27

!NUR MIT VORANMELDUNG! Vernissage: Robert Hunger-Bühler – Die Blume im Mund

ACHTUNG! NUR MIT EVENTFROG-TICKET/VORANMELDUNG. (EINTRITT BEI ABENDKASSE KANN NICHT GARANTIERT WERDEN.)

Vernissage: Robert Hunger-Bühler – Die Blume im Mund mit Julian Sartorius

Foto: Thomas Egli 

Wir feiern die Vernissage von "Die Blume im Mund" (Secession, 2026), einer Auswahl der Haiku von Robert Hunger-Bühler. Der Aarauer Star-Schauspieler, international bekannt für seine Rollen in Theater, Film und als Produzent, arbeitet seit vielen Jahren an dieser strengen lyrischen Form. Dieses Buch, das erste seit "Herzschlag-Zeit" (Howeg, 2012), versammelt die neusten Sprachkonzentrate in ihrer atemberaubenden Vielfalt: mal ironisch, mal gebrochen, mal kontemplativ, mal profan, mal verblüffend und aufrüttelnd, mal Schweizerdeutsch, immer wieder überraschend und sich selber unterlaufend - ein Buch, das die Sprache, ihre Rhythmen und Melodien auslotet, formuliert mit einer Stimme, die sich wie kaum eine zweite damit beschäftigt hat.

Robert Hunger-Bühler liest im Aaraguer Literaturhaus aus "Die Blume im Mund", mit Begleitung des vielfach ausgezeichneten Schlagzeugers Julian Sartorius. Im Gespräch mit dem Literaturkritiker und Herausgeber Charles Linsmayer erzählt er von Haiku, ihrer Entstehung und der langjährigen Arbeit an diesem Lebensprojekt.

Mit Apéro und Büchertisch.

Finsternis

in der Finsternis

wandert ein heller Finger

über das Display

Robert Hunger-Bühler ist 1953 in Sommeri in der Schweiz geboren. Kindheit in Aarau, Boxen, Bücher, Posaune zwischen 5 Geschwistern. Lesen mit Mutter, Turnen mit Vater. Militärdienst als Cycliste. Reise im »Wiener Walzer« von Aarau nach Wien. Gründung des Studententheaters Gruppe 85. Theater-Praxis im kleinsten Theater Wiens als Schauspieler, Regisseur und Kartenabreisser. 100 Theaterrollen auf den grössten Bühnen Europas und spielen für Film und Fernsehen und immer wieder schreiben und rezitieren.

Bisherige Publikationen: Ohne Licht, ohne Lärm (2001), Herzschlag-Zeit (2013), Den Menschen spielen (2018).

Julian Sartorius, geboren 1981, ist einer der prägenden Schweizer Schlagzeuger und Klangkünstler seiner Generation und experimentiert mit den Grenzen der klassischen Perkussion. Er hat mit vielen Musiker*innen zusammengearbeitet, u.a. Sophie Hunger, Sylvie Courvoisier, Gyda Valtysdottir, Dimlite, Shahzad Ismaily und Dan Carey, und er ist auf den Alben von Kate Tempest, Matthew Herbert und James Zoo zu hören. Live stand Julian Sartorius in Nord- und Südamerika, Asien und Europa mit Künstler*innen wie Marc Ribot, Deerhoof, Faust, Jaki Liebezeit und Arto Lindsay auf der Bühne.

Charles Linsmayer, Germanist, Literaturkritiker und -vermittler, lebt im Kanton Aargau. Er ist Journalist und Herausgeber von Schweizer Literatur und der bedeutenden Anthologien "20/21 synchron" und "19/21 synchron". Er wurde mit dem Preis des Schweizer Buchhandels, dem Ehrendoktor der Universität Basel und dem Deutschen Sprachpreis ausgezeichnet. 2025 erschien sein neustes Buch «Die andere Schweizer Literatur».

 

Autor + Sprecher: Robert Hunger-Bühler

Schlagzeug: Julian Sartorius

Moderation: Charles Linsmayer

Türöffnung: 19:15

Beginn: 19:45  / Ende: ca. 21:45

Online: 12.- / Abendkasse: 18.- (VERFÜGBARKEIT DER ABENDKASSE KANN NICHT GARANTIERT WERDEN)

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Pult-Lesekreis: Manon Garcia – Mit Männern leben
Feb.
26

Pult-Lesekreis: Manon Garcia – Mit Männern leben

Pult-Lesekreis: Manon Garcia – Mit Männern leben

Wir diskutieren über: «Mit Männern leben» von Manon Garcia (Suhrkamp, 2025, übersetzt von Andrea Hemminger; Originaltitel «Vivre avec les hommes»)

Im Lesekreis diskutieren wir in gemütlichem Rahmen über ein von allen gelesenes Buch. Dabei sprechen wir abwechselnd über Romane und Sachbücher. Alle, die sich für das jeweilige Buch interessieren, sind herzlich willkommen.
Beschränkte Platzzahl, nur mit Anmeldung (per Mail an info@aargauer-literaturhaus.ch).

Bei den Treffen legen wir jeweils die nächsten Daten und Bücher gemeinsam fest.

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Café Littéraire: Wanda Dufner - Bauchlandung
Feb.
15

Café Littéraire: Wanda Dufner - Bauchlandung

Wanda Dufner - Bauchlandung, Geschichte einer Teenager-Schwangerschaft

Foto: Florian Bachmann

Noemi ist sich sicher, dass sie nie schwanger werden kann. Dünne Mädchen können keine Kinder bekommen, denkt sie. Und bei küssenden Menschen im Fernseher kann sie auch kaum hinschauen. Dann passiert das Unvorhergesehene: Noemi wird schwanger — mit 17 Jahren. Neben ihren eigenen Ängsten und inneren Konflikten muss sie auch noch durch all die Stimmen navigieren, die von aussen auf sie einprasseln. Ihre Familie, ihr Freund, die Lehrpersonen, die Ärzt*innen und sogar Unbekannte auf der Strasse — alle scheinen es besser zu wissen und scheuen sich nicht, ihr das mitzuteilen.

Ehrlich, mit bitterbösem Humor und in knallbunten Farben zeigt Wanda Dufner, wie Noemi wiederholt in eine Opferrolle gedrängt und nicht ernst genommen wird. Gleichzeitig erlaubt sie Noemi, sich durch ihren abgeklärten Erzählton von der Fremdbestimmung zu emanzipieren.

Text: Édition Moderne

Wanda Dufner geboren 1992 in Zürich und wuchs im Kanton Aargau auf, wo sie noch heute lebt. Sie hat Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Illustration Fiction an der Hochschule Luzern — Design & Kunst (HSLU) studiert und arbeitet derzeit als Illustratorin, Comiczeichnerin und Künstlerin in ihrem Atelier in der Wisa Gloria in Lenzburg.

Moderation: Werner Christen

Café Littéraire ist eine Veranstaltung der Kulturkommission Lenzburg.

Beginn der Lesung: 11:15 Uhr

Kaffee und Gipfeli: ab 10:30 Uhr

Tageskasse: 15 CHF / Mit Reservation: 10 CHF.

Tageskasse nur solange Vorrat.

Reservation per Mail: info@aargauer-literaturhaus.ch

Wir bitten Sie, mindestens 20 Minuten früher zu kommen, um ihre Tickets/Reservationen einzulösen. Die Plätze sind nicht nummeriert.

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«brüten wir die welt neu aus» - Verena Stefan
Feb.
10

«brüten wir die welt neu aus» - Verena Stefan

«brüten wir die welt neu aus» - Szenische Lesung zu Verena Stefan

Verena Stefan, 1947 in Bern geboren, gehörte zu den Mitbegründerinnen der Gruppe «Brot und Rosen», die ein neues Bewusstsein für den weiblichen Körper und dessen Sexualität schuf. Dieser sich international verwurzelnde Feminismus war zu jener Zeit in seiner Form und intellektuellen Ausprägung neu. In einem der damals gegründeten Kleinstverlage, «Frauenoffensive», gab Verena Stefan 1975 ihr Debüt «Häutungen» heraus, das mit einer halben Million verkaufter Exemplare sehr bald ein riesiger, auch unerwarteter Erfolg wurde.


Es handelt sich bei «Häutungen» auch 50 Jahre nach seinem Erscheinen um einen Text von bestechender Aktualität wie Qualität. Verena Stefan zeichnet darin nicht nur die untrennbaren Verbindungslinien zwischen Sexualität, Körperlichkeit und Begehren nach, über die sich Machtverhältnisse und hierarchische Ordnungsgefüge konstituieren, sondern entwirft ein poetisches Verfahren – einen Mix von autobiographischen Aufzeichnungen, Gedichten, Träumen, Analysen – womit sie den weiblichen Körper mit einer Sprache aus „Hautworte[n]“ neu einkleidet.  

«Häutungen» vermittelt so Wissen über Genderrollen, Sexualpraktiken, Heteronormativität und Begehrensstrukturen, und entwirft gleichzeitig die literarischen Genres, die für den Diskurs und eine dazugehörige neue Sprache benötigt werden.

 

Diesem fulminanten Start liess Verena Stefan ein reichhaltiges Werk folgen, das von biografisch unterfütterten Romanen, wie «Die Befragung der Zeit», worin sie von ihrem Grossvater, dem Dorfarzt, der mehrfach wegen vorgenommener Abtreibungen inhaftiertem wurde, erzählt, über literaturgeschichtliche Texte wie «rauh, wild und frei», worin weibliche Figuren verschiedenster Werke miteinander in einen Dialog treten, hin zu Gedichtbänden und Übersetzungen reicht.

 

Aus dem Gesamtwerk von Verena Stefan hat Tabea Steiner Zeilen, Zitate und Auszüge erlesen, die sich, neu zusammengesetzt, zu einem sprachlichen Gewebe fügen. Während Kathrin Veith den Text aufklingen lässt, reichert ihn Dinah Wernli mit Farbe an. Stoffe fliessen, und aus Bewegung, Sprache und Strukturen schlüpft schliesslich, für einen Moment, Verena Stefans literarische Welt.

Die Inszenierung «brüten wir die welt neu aus» – ein Zitat aus «Häutungen» – bringt dieses Werk als sprachliches Arrangement auf die Bühne.

 

Szenische Lesung: Kathrin Veith
Illustration, Farbe, Stoff: Dinah Wernli
Inszenierung: Maja Bagat und Anouk Gyssler
Konzept: Mariann Bühler und Tabea Steiner

Zu der Webseite “brüten wie die Welt neu aus” gelangt ihr hier.

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Sofalesung mit Simone Stolz - Dazwischen die Einsamkeit
Feb.
8

Sofalesung mit Simone Stolz - Dazwischen die Einsamkeit

Sofalesung mit Simone Stolz

Foto: Elena Keaser

«Dazwischen die Einsamkeit»

Bis weit in die 1980er Jahre wurden in der Schweiz zehntausende Kinder und Jugendliche in Heimen und Anstalten fremdplatziert und versorgt. Abgegrenzt von der Umwelt und ihren Familien sollten sie erzogen und ausgebildet werden. Was als fürsorgerische Massnahme begründet war, erwies sich für die fremdplatzierten Kinder oftmals als eine schmerzhafte Erfahrung, die ihr Leben prägen sollte.
Durch Zeichnungen und im Gespräch nähert sich Simone Stolz den Geschichten, Erinnerungen und Erzählungen ehemaliger Heimkinder an. Es sind Erzählungen aus dem Alltag, Erzählungen vom Alleinsein und der Angst, Erzählungen von Arbeit und Ordnung, von Flucht und Resilienz. Erzählungen einer Suche nach Identität.

«Dazwischen die Einsamkeit» schafft einen vielschichtigen und persönlichen Zugang zu einem dunklen Kapitel Schweizer Geschichte und trägt zu dessen Sichtbarkeit bei.

Sonntag, 08. Februar 17:00 Uhr

Anmeldung unter: sofalesungen.ch

Die Sofalesung wird in der Villa Sonnenberg in Lenzburg stattfinden.

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